Montag, 14. Januar 2013

Das kleine Glück


Mein Mann und ich führen eine moderne Ehe, jedenfalls nennen Dritte sie so, wenn die Sprache auf unsere Wohnsituation kommt. 
Unter der Woche bin ich in Düsseldorf (bzw. Ratingen) und er ist in München. Am Wochenende sehen wir uns und zwar an JEDEM Wochenende, wir freuen uns aufeinander und eine bestimmte Fluggesellschaft wie die Deutsche Bahn freuen sich auch ;-).

Dieses Wochenende war ich mit dem Reisen an der Reihe und folglich in München.


Heute möchte ich aber nicht über die Stadt schreiben, oder über unsere Ehe, sondern über kleine Glücksmomente. 
Wie ich darauf komme? Nun, ich hatte am Freitag auf dem Hinflug eine Begegnung mit einem solchen Glücksmoment. Ich saß im Flugzeug am Fenster und durch Zufall wohl auf der richtigen Seite, denn ganze 40 Minuten lang schien mir die Sonne fröhlichst ins Gesicht und ich habe mit geschlossenen Augen einfach nur lächelnd da gesessen.

Was daran erwähnenswert ist fragst Du Dich? Wieso erzählt Sie von Ihrer Ehe, von München und dem Reisen, wenn Sie dann doch nur von Sonnenstrahlen berichtet?
DAS ist der eigentliche Grund für diesen Beitrag.
Diese Fragen. Das Unvermögen so Vieler, die kleinen Momente des Glücks zu fassen und zu spüren, weil wir Menschen immer meinen, das Glück müsste groß und bedeutend und außergewöhnlich des Weges kommen. 

Ich verrate Dir etwas - das tut es nicht. 

Die großen, bedeutenden Glücksmomente im Leben lassen sich in aller Regel an einer Hand abzählen - und ob sie sich immer wie das reine Glück anfühlen, lass ich mal dahin gestellt. Welche Braut ist am Tag der Hochzeit nicht aufgeregt oder ärgert sich über irgend etwas, das schief läuft? Welche Frau empfindet bei der Geburt ihres Kindes nur Glück und nicht auch schrecklichste Schmerzen? 
Du merkst, worauf ich hinaus will.

Das Glück ist oft in ganz kleinen Dingen versteckt, die völlig alltäglich daher kommen können.
Mein Neffe zum Beispiel ist das glücklichste Kind der Welt, wenn er einen Keks in der Hand hält - bis der Keks dann aufgegessen ist und ich für das kleine Krümelmonster wieder welche backen darf, aber das ist eine ganz andere Geschichte... Wichtig ist daran, und das weißt Du sicher längst, ist die Tatsache, dass ein Kleinkind von gerade einmal 21 Monaten bereits (oder noch?) weiß, wie gut es tut, sich über kleine Dinge zu freuen.

In allem, wirklich in ALLEM steckt das Potential, glücklich zu machen, entweder sofort (wieso nur muss ich gerade an die Rosinenbrötchen denken...) oder aber zu einem späteren Zeitpunkt. Ein Problem, das Du hast, wird Dich nicht gerade glücklich machen. Blickst Du aber einige Zeit später auf das Problem zurück, kannst Du vielleicht feststellen, dass eben diese schwierige Situation Deinem Leben eine neue Richtung oder einen anderen Schwung gegeben hat. Ich weiß, wovon ich rede.

Wenn nun in allem die Möglichkeit zum Glück versteckt ist, dann frage ich mich, wieso nicht viel mehr Menschen absolut glücklich sind.
Zum Einen ist Glück natürlich etwas flüchtiges, ewiges Glück kann es gar nicht geben (denn das wäre dann ja wieder der 'Normalzustand', nichts Außergewöhnliches, Großes, Bedeutendes mehr...Du erinnerst Dich, hatten wir schon). Um Glück wirklich erkennen zu können, müssen wir wissen, wie es ist, eben nicht glücklich zu sein.
Zum Anderen, und das ist viel wesentlicher, verstehen wir alle es blendend, an all den kleinen Momenten des Glücks vorbei zu laufen.
Ich bin mir ganz sicher, wenn wir alle uns immer wieder bewusst machen würden, was alles glücklich macht, wir würden das Glück viel schneller erkennen und es genießen.

Bewusst durch die Welt zu laufen ist also ein gutes Mittel, um glücklicher zu sein.

Probier es aus!

Liebst, 
Sabine

PS: Blühende Haselnusssträucher im Januarschnee - ein schöner Glücksmoment heute :-)


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