Samstag, 26. Januar 2013

Eis und Schnee, ein hoher Turm und eine Horde Schweinchen


...damit könnte man, kurz gesagt, unseren gestrigen Tagesausflug nach Ulm zusammenfassen.

Mein Mann und ich entdecken furchtbar gern neue Städte und so hatten wir uns dieses Mal Ulm vorgenommen – wir beide kannten die Stadt nur von kurzen ICE-Stopps und das sollte sich ändern, zumal man selbst mit der Regionalbahn keine 2 Stunden von München aus unterwegs ist.
Gesagt getan und bewaffnet mit wetterfesten Schuhen und der Kameraausrüstung haben wir uns gestern morgen auf den Weg gemacht.

Bei schönerem Wetter als Dauerschnee hätten wir den Münster sicher schon von Weitem sehen können, so aber blieb der höchste Kirchturm der Welt in dicken Wolken und Hochnebel versteckt und tauchte erst aus der grauen Suppe auf, als wir schon fast am Bahnhof waren. Sicher lag es auch an dem Winterwetter, dass die Stadt selbst ziemlich...naja...LEER war.

Super an Ulm ist ganz definitiv, dass alles zu Fuß erkundet werden kann, selbst bei dem eisigen Wind gestern – und entsprechend häufigen Aufwärmpausen in Cafés – haben wir uns die Stadt problemlos erlaufen.

Neue Architektur trifft auf Alte - sehr spannend, finde ich

Sooo kalt....

Wir haben mit dem Münster angefangen, eine wirklich wunderschöne Kirche.
Kirchen, das sollte ich Dir vielleicht kurz erklären, besuche ich wirklich gerne, ich mag die Architektur, die Proportionen, auch die Akustik.

Hier ein paar Eindrücke, leider war es in dem Münster (von dem mein Mann behauptet, es hieße ‚das Münster’; laut Duden geht beides, was so aber wohl noch ausdiskutiert werden muss ;-) ) ziemlich dunkel. Ich war gestern Abend selbst ganz erstaunt, wie viel die Kamera doch noch daraus gemacht hat, ist sie nicht brav ;-)?







Nach dem Münster haben wir uns in die Altstadt vorgearbeitet und in das sogenannte Fischerviertel. Es stehen tatsächlich noch jede Menge alter Häuser (mit teilweise abenteuerlichen Schieflagen), insgesamt hatten wir aber beide das Gefühl, dass die Stadt an einigen Ecken schon SEHR herausgeputzt ist. Das ist an sich überhaupt nicht schlimm (und ich behaupte es auch von München, was mir in schönster Regelmäßigkeit böse Blicke einbringt), hat aber ein bisschen was Künstliches.

Ja, das ist wirklich SO schief...aber es steht

Überall in der Stadt findest Du Spatzen, sie hängen vor verschiedenen Geschäften, stecken auf hohen Stäben und sind bunt bemalt, passend zur jeweiligen Umgebung. Ein bisschen erinnert das an die Berliner Bären.
Wie Ulm auf den Spatz kam? Nun, es gibt auf dem Münster eine Spatzenfigur und so flattern die Vögelchen als Wahrzeichen durch die ganze Stadt, wirklich nett, wie ich finde.
Hier siehst Du in der Mitte das Original und einige bunte Nachahmer:



Nach einem mittelmäßigen Mittagessen mit unfassbar schlechtem Kaffee (Wenn Du mal nach Ulm kommst – meide ‚Henry’s Coffee World’! Lass Dich nicht davon täuschen, dass sie mit ihrem selbst gerösteten Kaffee werben! Lass Dich auch nicht von der modernen Aufmachung täuschen oder davon, dass der Laden voll ist!! Geh einfach weiter und sei mir dankbar für den Tip ;-)!) sind wir noch durch die Gassen rund um den Münster geschlendert (in Ulm ist der Münster wirklich das Zentrum). Dort gibt es ein paar wirklich schnuckelige Geschäfte und Cafés.
Im Café Alba gab es dann den 2. Kaffee (deutlich besser als Nummer 1, wenn auch noch nicht übermäßig gut), zusammen mit einer extrem freundlichen Bedienung, netter Atmosphäre und italienischen Köstlichkeiten. Wir waren versöhnt und haben einen Beutel der eigens für das Café hergestellten Mandel-Orangen-Cantuccini mitgenommen. Lecker!

Sehr gut hat mir auch die relativ große Dichte an Galerien gefallen, die es in Ulm gefühlt an jeder Ecke gibt. 
Vor einer solchen Galerie, gleich neben dem Café Alba, kamen uns diese entzückenden Metallschweinchen entgegen. Ich war ja kurz versucht, eins zu adoptieren ;-)...



Völlig durchfroren sind wir schließlich wieder zum Bahnhof zurück gelaufen (das dauert vom Münster aus etwa 10 Minuten, wie gesagt, es ist alles sehr nah beieinander) und sind, wenn auch leicht verspätet, am Abend wieder in München eingetrudelt.

Vor dem Rathaus. Erinnert ein bisschen an die Schlösser in Köln...nur dass es in Ulm bloß 3 sind...

Fazit: Ulm ist sicher einen Ausflug wert, wenn Du Kircharchitektur und alte Gebäude magst. Auch der Fußweg an der Donau sah sehr schön aus. Ich würde Dir allerdings empfehlen, die Stadt im Frühling, Sommer oder Herbst zu besuchen – irgendwann also, wenn es nicht so eisig kalt ist (der Wind pfeift richtig durch die Stadt) und das Licht besser geeignet zum Fotografieren.


Hab es warm!
Liebst, Sabine

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