Dienstag, 12. März 2013

Der Blumenstrauß zum Nicht-Geburtstag


Hast Du Dir heute schon gesagt, wie TOLL Du bist?
Verrückte Idee?
Völlig abwegig?
Wieso bitteschön sollte man sich selbst Komplimente machen??

Ja Liebes...wieso denn NICHT?!

Es ist doch so, dass die allermeisten von uns Probleme mit Komplimenten haben. Wir tun uns schwer damit, sie anzunehmen, wir werden nervös, nesteln an den Haaren herum, einige werden sogar rot und wir streiten reflexartig alles ab, was uns an Freundlichkeiten erreicht.

Kennst Du?
Ja, kenn ich auch.

Ist das schön?
Nein, sicher nicht. Wir sollten es genießen können, wenn jemand etwas Nettes zu uns sagt. Die Person möchte uns schließlich etwas Gutes tun.

Ist das sinnvoll?
Aber ÜBERHAUPT nicht!! Denn es führt zu zwei Dingen:

a) Beim nächsten Mal wird sich der Andere genau überlegen, ob er noch einmal ein Kompliment macht, uns tut das ja sichtlich nicht gut, sondern führt zu Unsicherheit.

b) Wir SELBST sagen uns doch mit jedem abgestrittenen Kompliment, mit jeder nicht angenommenen Freundlichkeit, dass wir nicht toll sind.
Dass wir ein Kompliment gar nicht wert sind.
Dass die Anderen alle viel, viel besser sind als wir selbst.

JA, SIND WIR DENN BESCHEUERT?!

Wenn Du’s so liest, merkst Du’s, nicht ;-)?!
Ich auch.
Und deshalb ist damit Schluss.
Ab jetzt.
SOFORT.

Und welchen besseren Start in dieses neue Allzeit-Hoch der Komplimente könntest Du Dir vorstellen, als Dir SELBST erst einmal ein Kompliment zu machen?
Ja, auch um zu üben, eins anzunehmen, viel wichtiger aber noch: Um Dich erst einmal davon zu überzeugen, dass Du tatsächlich so toll bist. Dass Du tonnenweise Komplimente verdienst. Dass die Sonne aufgeht, wenn Du einen Raum betrittst. Mindestens.

Es gibt keinen Menschen auf der ganzen Welt, der Dich besser kennt als DU SELBST. Damit gibt es auch niemanden, der Dir ein ehrlicheres, treffenderes, verdienteres Kompliment machen könnte als Du selbst.
Stimmt soweit?
Aber sicher.

Der Vorteil an diesen ‚verdienten Komplimenten’ ist nun, dass sie ja schlecht abzustreiten sind. Du machst sie Dir schließlich selbst und bist ehrlich zu Dir. So kann ein „Du kannst SO toll Kuchen backen!“ nur Ergebnis von Erfahrung sein und jedes wegwerfende „Ach, das können andere doch SO viel besser!“ oder „Ach, der hätte noch 10 Minuten länger im Ofen bleiben können!“ gilt nicht. Du kannst schlecht vor Dir selbst abstreiten, was Du ja weißt. Nämlich, dass Du toll Kuchen backen kannst.
Oder nähen.
Oder zeichnen.
Oder zuhören.
Oder was auch immer DU besonders gut kannst.

Hm, war das jetzt wirr oder konntest Du mir folgen? Ich denke manchmal schneller als ich tippen kann und bin mir dann am Ende nicht ganz sicher, ob jemand, der nicht in meinem Kopf wohnt, das auch nachvollziehen kann ;-)...

Also noch mal langsam:
DU kennst Dich.
DU weißt, wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, ganz genau, was Du gut kannst. Wofür Du ein dickes Kompliment ‚verdient’ hast (und dazu werd ich gleich noch etwas sagen müssen...).
Wenn Du Dir selbst ein Kompliment machst, dann muss es also stimmen.
Mit anderen Worten:

Eigenlob stimmt – und wer etwas anderes behauptet, der hat eben Unrecht ;-)!

So, das hätten wir.
Du weißt, wie toll Du bist.
Fang mit den Komplimenten an!


Hätten wir es wirklich?

Fast...Hätte ich da nicht gerade ein ganz blödes Wort getippt, das mir aber so in den Sinn kam und Dir vielleicht auch in den Sinn gekommen wäre.

Es war das scheußliche kleine Wort verdient.

Wer um alles in der Welt hat eigentlich beschlossen, dass wir uns Komplimente verdienen müssen?! Dass wir sie nicht einfach so bekommen, sondern quasi als Auszeichnung, als kleines Sternchen unter einer Arbeit?
Und ist DAS vielleicht der Grund, weswegen wir Komplimente so schwer annehmen können?
Weil wir irgendwo tief in uns drin der verrückten Meinung sind, wir hätten uns gar nicht genug angestrengt, um das Kompliment auch zu verdienen?

Denk mal drüber nach.

Mir zumindest fällt es wesentlich leichter, ein Kompliment anzunehmen, dass sich auf irgend eine Arbeit von mir bezieht (meinetwegen auf den Kuchen um beim Beispiel zu bleiben), als mit einem Kompliment umzugehen, dass auf mein Äußeres abzielt.
Für den Kuchen kann ich etwas, den habe ich gemacht (und somit verdient), für meine Augen nicht. Das war das Genlotto und dafür hab ich nicht mal 6 Zahlen ankreuzen müssen.

Und was machen wir jetzt damit?
Tja, ich fürchte, wir werden noch etwas beenden müssen und zwar SOFORT. 

Unsere Sicht auf Komplimente.

Sie sollten nichts sein, dass man sich verdienen und erarbeiten muss, sondern eher wie ein wunderschöner Blumenstrauß. 
Etwas, das unerwartet kommt, für das ich gar nichts tun muss (und Du auch nicht), für das wir keine Erwartungen erfüllen müssen oder uns abrackern sollen. Ein Geschenk zum Nicht-Geburtstag sozusagen, einfach, weil ich ich bin und ganz wunderbar so, wie ich bin und weil Du Du bist und ganz wunderbar, so wie Du bist.

Kann ich das?

Aber HALLO!

Ich kann mich ja auch über einen überraschenden Strauß Blumen freuen, da sollte ich das mit den Komplimenten doch locker hinbekommen :-)!

Und Du?

Liebst,
Sabine

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