Montag, 29. April 2013

Über den Wolken


Liebes, gestern Abend beim Rückflug von München nach Düsseldorf habe ich etwas Traumschönes gesehen.
Wir sind beim Start durch die Wolkendecke gestoßen, über uns gab es noch eine Schicht Wolken – und in diesem Raum zwischen den Wolken, da waren die Alpen zu sehen, von der Abendsonne in rosiges Licht getaucht.

Ich bin kein großer Freund von Bergen, mein Herz wird nicht weit, wenn ich ein Gipfelkreuz sehe und es käme mir auch nicht in den Sinn, auf irgend eine Höhe hinauf zu kraxeln.

Und trotzdem...das war ein wunderbares Bild und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Ich habe überlegt, wie großartig es sein muss, den (eigenen) Kopf einfach über alle Alltagssorgen-und-Problemchen-Wolken zu recken und die Sonne im Gesicht zu spüren.
Den ganzen grauen Brei, der uns die Sicht nimmt und die Stimmung vermiest, einfach unter mir zu lassen. Meinen Blick darüber schweifen lassen zu können, ohne all die Nichtigkeiten, die die Sicht versperren.
Ich weiß, das klingt ein bisschen weit her geholt, aber gerade im Flugzeug neigen meine verrückten Gedanken dazu, den einen oder anderen Haken zu schlagen und wilde Pirouetten zu drehen. Einfach so. Weil es ja auch Spaß macht ;-).

Zurück also zu den Bergen und den Wolken und uns und all dem, was uns die freie Sicht nimmt.

Wie oft passiert es, dass Du Dich über Dinge aufregst, die Du am nächsten Tag bereits wieder vergessen hast?
Wie oft machst Du Dir völlig unbegründet Sorgen und ängstigt Dich?
Wie oft ärgerst Du Dich über Dinge, die Du nicht ändern, Situationen, die Du nicht beeinflussen und Menschen, die Du nicht kontrollieren kannst?
Wie oft belastest Du Dich mit Vergleichen, mit Minderwertigkeitsempfinden und Neid?
Eben.
Ziemlich oft.
Irgendwie sogar täglich.

All diese negativen Gedanken und Gefühle, Frust, Wut, Ärger, Angst, Sorge, Neid,...all das zusammen ergibt diesen dicken grauen Brei, mit dem sich so schrecklich viele Menschen umgeben.
Das eigene, grauen Wolkenmeer sozusagen, sehr exklusiv, aber Liebes – SOWAS von unnötig!
Die graue Pampe verschleiert Dir die Sonne, sie nimmt Dir die Sicht, sie verhüllt Dich und verhindert, dass Du der ganzen Welt Dein Strahlen zeigen kannst.
Die Wolken umgeben Dich, sie schirmen Dich von der Welt und anderen Menschen ab.

Wie schade!
Wie unnütz!
Wie unerträglich!

Liebes, das brauchst Du nicht.
Konzentrier Dich auf die schönen Dinge, erhebe Dich über all diesen Kindergarten-Kleinkram, der es ja meist ist, aus dem die Wolken bestehen.

Kaum etwas, über das wir uns so gern aufregen, ist es wirklich wert.
Natürlich, über das Wort ‚wert’ können wir beide jetzt ein paar Stündchen streiten ;-).
Aber machen wir lieber ein kurzes Experiment:
Lehn Dich zurück, schließ für einen Moment die Augen und geh noch einmal den heutigen Tag durch.

Hast Du Dich geärgert?
Hast Du Dich aufgeregt?
Ja?
Und worum ging es da?

Ich bin mir sowas von sicher, dass Du Dich in den meisten Fällen nicht mehr an den Grund erinnern kannst.
Weil er nichtig war oder vorübergehend oder um beim Bild der Wolke zu bleiben, nichts als (heiße) Luft.

Stimmt’s?
Sehr schön ;-).

Ich frag mich oft, wieso wir scheinbar so gerne, auf jeden Fall aber so leicht zulassen, dass ANDERE über unser Befinden entscheiden dürfen.
Dass der Typ da in der Bahn, genau, der mit der Bierflasche morgens um 8, also, dass der mir die Fahrt vermiest, weil er laut grölend im Zug steht.
Dass ich Energie und Kraft für Ärger aufwende, weil die Frau an der Sicherheitsschleuse im Flughafen so betont unhöflich ist.
Dass MEINE Laune in den Keller rauscht, weil sich andere Menschen so verhalten, wie sie es nun einmal tun.

Liebes, ich mach da nicht mehr mit.
Ich habe schlicht so GAR keine Lust mehr darauf.

ICH habe ein tolles Leben, bei MIR scheint immer die Sonne.
Ich schiebe nämlich mit schönster Regelmäßigkeit die Wolken einfach zur Seite und jeder, der schon einmal geflogen ist, der weiß es – über den Wolken, da scheint IMMER die Sonne. Außer, es ist Nacht. Aber dann scheint der Mond und der ist auch schön ;-).

Worauf ich hinauswill ist Folgendes:
Liebes, in Deinem Leben wie in meinem, da scheint immer die Sonne.
Da ist immer die Möglichkeit gegeben, glücklich zu sein.
Über unseren grauen Wolken, da ist es schön.
Und das ist IMMER da.
Das geht nicht weg.
Wer weggeht, das sind wir.
Indem wir uns Wolken anlachen, indem wir dem ganzen Scheiß um uns herum erlauben, unsere Sonne zu verhüllen.

Ja geht’s denn noch?!
Schluss damit, endgültig!

Liebes, Du und ich, wir wissen es einfach besser.
Wir wissen, dass da Sonne ist und Licht und Energie und gute Laue und LIEBE.
Überall um uns herum.

Und wir wissen auch, dass wir gar nicht viel tun müssen, um dahin zu gelangen. Um all die Liebe, die Sonne, die Wärme anzuzapfen, fließen zu lassen.
Wir müssen lediglich unsere persönlichen Wolken loswerden – und wer könnte die besser wegschmelzen als Deine Sonne ;-)?

Also...bist Du dabei?

Liebst,
Sabine

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