Freitag, 30. August 2013

Schöne Tradition und ein wahres Vergnügen

Eine liebe Freundin, die ich noch aus Schulzeiten kenne, hat mir zum Geburtstag ein wunderbar unterhaltsames Buch geschenkt, das ich Dir nicht vorenthalten mag.

Ich sollte dazu vielleicht kurz sagen, dass diese Freundin und ich uns, obwohl wir mittlerweile ein paar hundert Kilometer voneinander entfernt leben, noch immer zu Weihnachten und unseren Geburtstagen Bücher schenken.
Bücher, die wir selbst gelesen und gemocht haben, Bücher, von denen wir denken, dass sie der anderen auch gefallen könnten.


Und weißt Du was, Liebes?

Diese Freundin trifft wieder und wieder und wieder meinen Geschmack, oft sogar mit Büchern, nach denen ich selbst im Buchregal nicht gegriffen hätte.

Nun hatte ich ja vor knapp 2 Wochen Geburtstag und pünktlich trudelte, treu der Tradition, eine liebste Büchersendung bei mir ein.
Ich öffnete den Umschlag, fand eine entzückende Geburtstagskarte und nachdem ich das Geschenkpapier entfernt hatte, das Buch „Ein ungezähmtes Leben“, in dem Jeannette Walls das wirklich wilde Leben ihrer Großmutter schildert.


Lily Casey erlebte zwei Jahrhunderte, sie wuchs in einer Lehmhöhle in Texas auf, wurde schon mit 15 Lehrerin, sie ritt wilde Pferde zu, hielt die Familie zusammen, war in den wilden 20ern in Chicago. Sie lernte Auto fahren und ein Flugzeug zu fliegen, führte mit ihrem Mann eine Ranch, verkaufte illegal gebrannten Schnaps, zog zwei Kinder groß und erlebte noch viel, viel mehr.
Das Buch ist aus der Sicht Lilys geschrieben, damit keine reine Biographie, sondern zwangsläufig dort fiktional, wo es um Lilys ganz eigene Sicht auf die Welt geht.


Und diese Sicht ist es, die das Buch so wunderbar macht. 
Lily Casey neigte so gar nicht zum Selbstmitleid, sie war ganz Kind ihrer Zeit (inklusive Vorstellungen über Kindererziehung, die sich zum Glück überholt haben), dabei ein Freigeist, der, vor die Wahl gestellt, einzuknicken oder seine Meinung auch in unangenehmsten Situationen zu verteidigen, immer die zweite Variante wählte.
Eine bewundernswerte Frau, wie ich finde, die sich von keinem Rückschlag umhauen ließ, herrlich pragmatisch ihr Leben anpackte – und meisterte.


Ich habe das Buch recht schnell und ein bisschen atemlos gelesen, was neben kurzen Kapiteln auch an dem guten Schreibstil der Autorin liegt.

Dabei habe ich ab und an fast vergessen, dass die Geschichte, die ich da lese, WAHR ist. Sie liest sich nämlich nicht nur gut, sondern passagenweise beinahe phantastisch. 
Wenn Du Dir dann noch beim Lesen klar machst, dass Du eine wahre Geschichte liest, dass das, was Du liest, sich tatsächlich ereignet hat – dann hast Du nicht nur Hochachtung vor dieser außergewöhnlichen Lily Casey sondern auch (verzeih den Kalauer) wahres Lesevergnügen!


Hast Du Geschenketraditionen?

Liebst,
Sabine

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