Mittwoch, 5. Februar 2014

Ich back’s mir selbst... Zimtschnecken-Brioche

Liebes, ich warne Dich gleich zu Beginn mal vor.
Ich hab ein Monster geschaffen.

Wie das kam?

Nun, die wunderbare Clara hat dieses Jahr aufgerufen zur Aktion Back’s Dir selbst!.
Jeden Monat gibt sie ein Thema vor und alle, die wollen, backen mit.

So weit so gut so eine tolle Idee.

Die erste Runde hatte ‚Zimtschnecken’ zum Thema.

Hach!
Zimtschnecken!
Ich liebe sie!


Nachdem mir im September meine ersten glutenfreien Kanelbullar gelungen sind (HIER), hat mich dieses Mal der Größenwahn gepackt.
Ich hatte sofort eine Idee, was ich backen wollte.
Fluffig sollte es werden, ganz weiches, butteriges Hefegebäck.
Mit Zimt.
Mit Walnüssen.


Liebes, hab ich mal erwähnt, dass fluffig und weich ganz, ganz schlecht zusammengehen mit glutenfrei?
Ja?
Siehst Du...

Ich habe viele Stunden online verbracht auf der Suche nach einem Rezept, das alles mitbringt, was ich wollte.
Dumm, dass ich keines gefunden habe.
Oder ich bin echt unbegabt beim Suchen... Viele Rezepte haben Zutaten verwendet, die ich nie benutze oder einfach Zusätze, die ich nicht sehr mag.
Oder ich habe gleich 8 Eier hernehmen sollen, oder, oder, oder...

Auf jeden Fall endete die Idee wieder einmal in der Versuchsküche beim munteren Experimentieren.

Heraus kam...richtig, das Monster.


Ich habe wirklich noch niemalsnicht mit einem Tag gearbeitet, der derart klebrig war.
Liebes, er hat auf einer bemehlten Silikonmatte geklebt. So richtig fies festgeklebt.

Das richtig Blöde dabei?

Das Ergebnis ist die Mühe wert.
Lockerer Hefeteig, fluffig, duftig, buttrig, saftig. SO soll das sein!


Und deshalb zeige ich Dir heute das Monster.
Falls Du kein Problem mit Gluten hast, dann nimm lieber dieses Brioche-Rezept HIER, das ich Dir gezeigt habe, als ich noch alles essen konnte.

Wenn Du mit dem glutenfreien Teig arbeitest, dann gib ihm am besten mit einem bemehlten Löffel sofort in eine Briocheform.
Oder Du bist so verrückt wie ich und willst aus dem Ganzen noch Zimtschnecken formen.
Dann mach Dich auf eine klebrige Mehlschlacht gefasst!

Bereit?
Dann geht’s los!


Glutenfreies Zimtschnecken-Brioche

Du brauchst für etwa 8 Brioche:

125ml Milch-Wasser-Gemisch (lactosefrei, wenn nötig)
20g Reissirup (oder Zucker)
6g Trockenhefe

125g Reismehl
125g glutenfreie Mehlmischung (Mix C)
6g Johannisbrotkernmehl
¼ TL Vanillepulver
Prise Salz

2 Eier, Gr. L
70g Butter, geschmolzen oder sehr weich
1 TL Apfelessig

Füllung:
50g Butter
3-4 EL (Kokosblüten)Zucker
2 TL Zimt
30g Walnüsse, gehackt (nach Geschmack)

Zunächst löst Du die Hefe im lauwarmen Wasser-Milch-Gemisch zusammen mit dem Reissirup auf.
Du kannst auch nur Wasser oder Milch verwenden, ganz wie Du magst.
Die Mischung kommt für ein paar Minuten an einen warmen Ort, bis sie Blasen schlägt.

In der Zeit vermischst Du die trockenen Zutaten sorgfältig miteinander. Achte darauf, dass die Mehlmischung am Ende frei von Klümpchen ist.

Ist das geschafft, kommt die blubberige Hefeflüssigkeit zu den trockenen Zutaten und alles wird mit den Knethaken Deines Mixers zu einer bröseligen Masse vermischt.

Nun kommen nacheinander die Eier, die wiche Butter und der Apfelessig dazu. Der Teig wird mit jeder neuen Zutat weicher, aber auch glänzender.

Bearbeite alles mit dem Mixer noch etwa 5 Minuten.

Dann wird die Schüssel gut abgedeckt (am besten in eine Tüte einschlagen) und an einem warmen Ort darf der Teig nun 1 ½ Stunden gehen.

Bevor Du nach der Pause den mittlerweile gut aufgegangenen Teig weiter bearbeitest, stell Dir alles, wirklich alles, was Du brauchst, in Reichweite.

Wenn Du die Brioche gleich so wie sie sind, backen magst, fette eine Briocheform ein.

Wenn Du so verrückt bist wie ich, dann brauchst Du ein Muffinblech (gefettet) oder Muffinförmchen aus Silikon.

Dazu benötigst Du noch:
- Silikon-Backmatte oder andere Unterlage
- die Butter für die Füllung, geschmolzen
- Zucker und Zimt für die Füllung
- Messer
- jede Menge (!!) der verwendeten Mehlmischung.

So...dann wollen wir mal!

Die Backmatte wird sehr, sehr dick mit dem glutenfreien Mehl bestäubt, Deine Hände sollten auch ein tiefes Tauchbad darin nehmen.
Der schön aufgegangene Teig wird mit einem Teigschaber in der Schüssel ein paar Mal zusammengefaltet.
Du merkst schon an dieser Stelle, wie klebrig das gleich wird!

Mit dem Teigschaber gibst Du den Teig auf die bemehlte Unterlage und streust noch einmal großzügig Mehl oben auf den Teig drauf.
Dann drückst Du ihn mit den Händen vorsichtig und bei Bedarf mit immer mehr Mehl (keine Sorge, das schmeckt nicht komisch) zu einem etwa ½ cm dicken Rechteck flach.

Dieses Rechteck wird nun mit der geschmolzenen Butter bestrichen (ich habe dafür einfach einen Esslöffel verwendet), mit dem Zucker und dem Zimt bestreut und dann dürfen auch noch die klein gehackten Walnüsse dazu kommen.

Soweit so gut.

Jetzt heißt es: Daumen drücken!

Mit Hilfe der Backmatte solltest Du nun langsam und vorsichtig versuchen, den Teig vom langen Ende her aufzurollen.

Ich will ehrlich zu Dir sein, Liebes, das hat nur bedingt gut geklappt. Ich war einfach zu vorsichtig mit der Mehlmenge.
Mein Teig ist also beim Aufrollen immer wieder eingerissen, das ist aber überhaupt nicht schlimm.

Wenn Du eine halbwegs erträgliche Rolle geformt hast, wird diese mit einem gut bemehlten Messer in etwa 8 gleich breite Stücke geschnitten.

Diese werden dann vorsichtig mit den Händen hochgenommen und aufrecht in Deine Muffinförmchen gestellt.
Dabei ist die eingerissene Struktur des Teiges eher ein Vorteil, da sich hübsche Muster bilden und kein Brioche dem anderen gleicht.
Es ist wirklich wichtig, dass die Förmchen gut gefettet oder aus Silikon gefertigt sind!

So, fast geschafft.

Die Teigstücke dürfen noch einmal 30 Minuten gehen.
In der Zeit heizt Du den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor.
Deine Brioche brauchen dann im Ofen 20 Minuten, je nach Dicke +/- 5 Minuten. Hab einfach ein Auge darauf.

Nimm die Brioche möglichst gleich nach dem Backen aus der Form (JUHU! Da hat nichts mehr geklebt!), lass sie kurz abkühlen und dann...am besten noch warm genießen!
Na gut, das ist meine persönliche Vorliebe, kalt schmecken sie auch großartig – aber mal ehrlich, wer mag kein warmes Gebäck?!
Eben :-)!

Liebes, das war es.


Heute kein Rezept, das in 10 Minuten fertig ist, dafür aber saftiger Hefeteig.
Ohne Gluten.
Ohne Lactose.
Ohne normalen Zucker.
Hach!

Ich liebe es, wenn Experimente gelingen – und wenn ich zum Experimentieren motiviert werde!
Liebe Clara, DANKE! Ohne Deine wunderbare Aktion hätte ich das Monster nie erschaffen!

Mit welchen Monstern hast Du heute gekämpft?

Liebst,
Sabine

Kommentare:

Tinks hat gesagt…

Das sieht monstermäßig lecker aus.
Ich liebe Hefeteig, weil damit IMMER Oma-Erinnerungen verbunden sind.

Das Rezept wandert auf jedenfall auf die Nachmach-Liste

Vielen Dank fürs Zeigen.

LG Tinks

LiebesSeelig hat gesagt…

Danke Liebes, das freut mich sehr :-)!

Ja, Hefeteig ist bei mir auch so ein ultimatives ich-riech-es-und-bin-in-der-Kindheit-Rezept, herrlich!

Liebst,
Sabine