Donnerstag, 26. Juni 2014

Von mutigen Grenzen

Liebes, heute mag ich mit Dir über etwas sprechen, das viele gerne hätten und nicht ganz so viele zuverlässig haben.
Etwas, das unser Leben enorm erleichtert.
Etwas, das nicht jeder versteht - und das auch nicht jeder verstehen muss (dazu habe ich HIER schon einmal etwas geschrieben).

Ich spreche von Grenzen.

Ja, von Grenzen, von meinen Grenzen, von Deinen.

Ich rede nicht davon, Dich zu verkriechen, Dir ein gemütliches Schneckenhaus einzurichten und da hocken zu bleiben.

Ich rede von den Grenzen, die Dich schützen, ohne einzuengen, die anderen zeigen, bis wohin es Dir gut geht und ab wann nicht mehr. Und das ist es doch, was wir von anderen nur zu gerne wissen wollen.
Ich zumindest freue mich immer, wenn ich genau weiß, wo bei meinem Gegenüber Grenzen liegen, die kann ich dann nämlich ganz einfach respektieren und mutiere nicht aus Versehen zum berühmten kleinen Dickhäuter in der Geschirrabteilung ;-).

Grenzen sind toll, sie zeigen anderen, wie weit sie gehen können, ohne Dir zu nahe zu treten, ohne Dich zu verletzen oder Dich in eine Situation zu bringen, die Dir unangenehm ist.

Ach...das weißt gar nicht?

Also, wo genau Deine Grenzen liegen? Weil, wenn jemand GANZ lieb bittet...?!

Oder Du weißt es, kommunizierst es aber nicht? Oder forderst es nicht ein?

Dann ist dieser Post ganz wunderbar für Dich, Liebes.
Ich kann das nämlich richtig gut, meine Grenzen setzen.

Nicht immer, aber in (fast) in jeder Situation und immer besser. Und das tut gut und zwar so richtig!

Um Grenzen ziehen zu können, um sie zu definieren und vor allem, um sie einzuhalten, Liebes, dazu braucht es genau eine Sache: Liebe.

Und zwar die Liebe zu DIR SELBST.

Klingt komisch?
Ist total logisch!
Lass es mich erklären:

Um Grenzen zu definieren, um sie zu ziehen und einzufordern (denn wie sollen andere wissen, wo Deine Grenzen liegen, wenn Du es nicht zeigst?), ist es ganz zwingend nötig, dass Du Deine Bedürfnisse, Deine Gefühle und Befindlichkeiten ernst nimmst.
Kurz: Dass Du DICH ernst nimmst.

Wann ist das der Fall?
Wenn Du Dich lieb hast. Und zwar aus vollem Herzen!

Nur, wenn Du Dich selbst so lieb hast, dass Du Deine Bedürfnisse nach außen schützen möchtest, dass es Dir wichtig ist, dass es Dir gut geht, nur DANN nimmst Du Dich auch wirklich ernst.

Deine Bedürfnisse (und damit Grenzen) zu KENNEN, aber ständig munter niedertrampeln zu lassen, Liebes...das ist so richtig übel. 
Es zeigt nämlich, welchen Stellenwert Du Dir selbst einräumst.

Schau Dich um, es gibt so viele Leutchen, die ihre eigenen Grenzen zugunsten von anderen Menschen vergessen, bzw. einfach unterordnen.
Wieso?
Weil sie die anderen lieber mögen, als sich selbst.
Sie stellen nämlich die Bedürfnisse anderer über die eigenen.

Das ist nicht heroisch, Liebes, das ist schlicht dumm!

Sich selbst nicht wichtig zu nehmen, anderen die Priorität vor Dir selbst einzuräumen...das funktioniert nicht! Also, für die anderen schon, ist ja bequem, aber für DICH SELBST wird es auf Dauer nicht funktionieren. Es sei denn, Du möchtest auf ewig das nette Hascherl sein, dass sich aufopferungsvoll hintenan stellt und zwar sein Leben lang.

Ja, das klingt hart, aber nimm Dir ein paar Minuten und denk darüber nach.

Na?

Ja, hart kann durchaus richtig sein!

Liebes, Du bist ganz wunderbar und einzigartig und Du verdienst NUR DAS BESTE!

Das kannst Du aber nur bekommen, wenn Du das selbst auch so siehst.
Wenn Du das einforderst.
Wenn Du Deine eigenen Bedürfnisse schätzt und zulässt und so richtig wichtig nimmst. Das sind sie nämlich.

In dem Moment, in dem Du Liebe für Dich selbst empfindest, reine, wunderbare Liebe, in diesem Moment ist es soweit – Du wirst mit nichts anderem als dem Besten für Dich selbst zufrieden sein.

Dann ist es Dir wichtig, dass andere Deine Grenzen respektieren, weil Du selbst es auch tust – bei Dir selbst und bei anderen.

Das ist nämlich der zweite Trick: Respektiere die Grenzen anderer.

Das klingt vielleicht banal, aber ich wollte es doch noch einmal erwähnt haben ;-).
Dass Du Deine Grenzen absteckst heißt nämlich nicht, dass Du deshalb munter andere Grenzen überschreiten darfst. So funktioniert das nicht.

Spannenderweise ist es aber so, dass Du, wenn Du anfängst, Deine eigenen Grenzen wichtig zu nehmen, sie zu respektieren und einzufordern, gar nicht auf den Gedanken kommst, andere Grenzen niederzutrampeln. Weil Du ja WEISST, wie wichtig Grenzen sind. Wie gut sie tun. Wie sehr sie, und das ist mein Ernst, das Leben und jede Art von Beziehung erleichtern.


Wie machen wir das jetzt also?

Du bist voll von Liebe.

Liebe zu Dir selbst, die es Dir ermöglicht, Deine eigenen Grenzen abzustecken, die Dir zeigt, was gut und wichtig und richtig für Dich ist. Nur, wenn Du das respektierst und einforderst, kannst Du dauerhaft glücklich sein.
Nur, wenn Du Deine eigenen Bedürfnisse liebevoll akzeptierst, kannst Du auch andere glücklich machen.
Hascherl sind da nur wenig zu geeignet.

Du bist auch voll von Liebe zu den Menschen um Dich herum, die es Dir erleichtert, deren Grenzen zu erkennen und zu respektieren.
Und das funktioniert, so abwegig der Gedanken erst einmal sein mag, am allerbesten, wenn Du dabei auch Deine eigenen Grenzen respektierst.


So, Du hast Dich lieb und zwar so richtig und Du weißt, was Du willst und was nicht. Du hast Deine Grenzen definiert und jetzt kommt der verflixte Praxistest.
Bäh!

Ich weiß, aber der wird kommen.

Du bist nun also an dem Punkt, deine Grenzen zu verteidigen, andere diese Linien nicht einfach überschreiten zu lassen.

Wie das geht?

Zunächst einmal mit Mut.

Zuzugeben, dass etwas an den eigenen Grenzen kratzt, das macht verletzlich. Du zeigst dem Gegenüber einen ‚wunden Punkt’.

Es macht aber auch stark.

Du stehst zu Dir selbst und zu dem, was DIR gut tut.
Du nimmst keine falschen und unnötigen Rücksichten.

Das ist gut.
Das stärkt das Selbstbewusstsein und ändert alles.
Du trittst jetzt nämlich für Dich ein.
Du forderst von Deinem Gegenüber, dass Deine Grenzen respektiert werden.

Wird das immer klappen?
Meistens.
Es gibt einfach Menschen, die sind schmerzfrei.
Der Vorteil, denn es gibt auch da einen?
Du weißt sehr schnell, wer DICH respektiert. Denn wer ständig Deine Grenzen überschreitet, der hat wenig Respekt vor Dir.
Und ob Du DAS dann noch willst....na, ich hab meine Zweifel ;-)!

Einige Leutchen werden vielleicht erstaunt sein, dass Du auf einmal für Dich eintrittst. Die meisten werden es gut finden. Die haben Dich ja lieb und freuen sich jetzt wie bekloppt, dass DU DICH auch endlich lieb hast.
Auch, wenn das vielleicht heißt, dass das bequeme Hascherl Geschichte ist. Aber mit denen hat man eh nicht so viel Spaß, wie mit DIR!

Die ersten Male Deine Grenzen einzufordern, das wird Dir noch auffallen, das musst Du wahrscheinlich sogar artikulieren.
Mit der Zeit aber und recht schnell, da ändert sich das.

Deine HALTUNG ändert sich.
Deine Ausstrahlung.

Die Menschen um Dich herum (und lustigerweise auch die Tiere) werden einfach spüren, dass Du für Dich einstehst.
Dass Du Dich so lieb hast, dass Dir wichtig ist, wie mit Dir umgegangen wird.
Deine Körpersprache wird anders, Deine Körperhaltung. Du wist selbstbewusst sein und stark und strahlend und dabei umwerfend positiv.
Du strahlst ja jede Menge Liebe aus!

Und wer sollte DA noch auf die Idee kommen, Deine Grenzen niederzutrampeln?
Eben!

Das wird immer seltener passieren. Allein Deine Haltung bewirkt, dass andere Deine Grenzen achten, ganz leicht und ohne jede Anstrengung klappt das dann auf einmal. 
Super, oder?

Also:

Du bist voller Liebe.

Liebe für andere, vor allem aber auch Liebe für Dich selbst. Ohne die KANNST Du andere nämlich gar nicht wirklich lieben, aber das ist ein anderes Thema.

Du spürst, was Dir gut tut, was Du magst und möchtest und Du akzeptierst und respektierst, was Du nicht möchtest, was Dir nicht gut tut.

Du bist bereit, die nötigen Änderungen anzugehen.

Du stehst für Dich ein. Mutig, wenn es sein muss, grundsätzlich aber leicht und strahlend und ganz und gar umwerfend.

 Liebes...das wird richtig gut!

Bist Du auf dem Grenzposten?

Liebst,
Sabine

1 Kommentar:

Papyrus hat gesagt…

Gut geschrieben. Manche nennen es Egoismus, ich nenne es Selbstfürsorge. Und genau das ist es auch. Nur wenn ich mich um mich kümmer, Grenzen ziehe und schaue was mir gut tut, nur dann kann ich auch anderen gut tun. Leider verstehen das immer noch nicht alle Menschen. Nicht für sich und nicht für andere. Aber mit deinen Beiträgen arbeitest du ja dran. :-))