Montag, 1. Dezember 2014

24 Tage Weihnachtsseeligkeit – 1. Tag


Liebes, heute geht das 1. Türchen meines kleinen Adventskalenders für Dich auf. 
Wie angekündigt wirst Du von heute an bis Heiligabend hier jeden Tag etwas finden, das Dir die Adventszeit verschönt, das sich prima als Geschenk eignet und das Du vor allem selbst herstellen kannst, als kleine Auszeit vom allgemeinen Weihnachtswahnsinn.


Heute geht es los mit einem kleinen Rezept, das etwa 3 Wochen lang durchziehen muss, gerade noch rechtzeitig sind wir damit also dran.

Ich habe schon lange überlegt, dass sich Senf doch auch recht einfach selbst herstellen lassen müsste, habe nach Rezepten gesucht, sehr unterschiedliche Angaben gefunden, habe nach Senfsaat gesucht, eine Sorte überhaupt nicht gefunden und schließlich etwas ganz Eigenes aus all dem gemacht. Du kennst mich ;-)!


Und so zeige ich Dir heute meine ganz eigene Idee für Weihnachtssenf, der sich prima auf Sandwiches zu Käse oder Aufschnitt macht, genau so gut aber auch zum Fondue passt, zum kalten Braten am Morgen nach dem großen Essen, zu Gemüsesticks und, und, und – wie immer setzt Dir hier nur Deine Phantasie die Grenzen.
Ich bin mit den verwendeten Gewürzen eher sparsam umgegangen, der Weihnachtsgeschmack sollte wahrnehmbar, aber dezent sein und mich nicht schon beim ersten Probieren überrollen. Schmeck den Senf so ab, wie Du es magst, da gibt es kein Richtig oder Falsch.


Die Herstellung von Senf ist wirklich denkbar einfach und noch weniger Arbeit, als ich es vermutet hatte.
Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die wichtig sind. Wie immer solltest Du wirklich gute Zutaten verwenden, besonders bei den Gewürzen lohnt es sich immer (!), ein bisschen mehr Geld zu investieren, um ein tolles Ergebnis zu bekommen. Netter Nebeneffekt: Wenn Du qualitativ hochwertige Gewürze kaufst, brauchst Du viel weniger, da keine Füllstoffe verwendet werden.
Zweiter ganz wichtiger Punkt: der Senf. Senfsaat bekommst Du problemlos im Reformhaus, sicher auch online und im Bioladen. Das, was uns am Senf so gut schmeckt, sind die ätherischen Öle, die die blöde Angewohnheit haben, sich ab etwa 30°C zu verflüchtigen. Es ist also ganz, ganz wichtig, dass Dein Senf nicht zu warm wird. Da die Senfsaat zu Mehl gemahlen werden muss und das Ganze schnell warm wird, habe ich die Senfsamen einfach für eine Stunde ins Gefrierfach gestellt, bevor ich mit der eigentlichen Senfherstellung angefangen habe.
Das hat wunderbar geklappt, mein Senf ist schön scharf und würzig und blieb beim Mahlen kühl.


Jetzt aber...machen wir Senf, Liebes!

Weihnachtssenf

Du brauchst für 3 Gläser à 250ml

250g gelbe Senfsaat
7 Körner Piment
50g Kokosblütenzucker
25g Salz
1 TL frisch gemahlener Pfeffer (alternativ: Pfefferkörner)
1 gehäufter TL Lebkuchengewürz
250ml Wasser
150ml Apfelessig (5%)

Die Senfsaat wird mit dem Zucker, Salz, Piment, Pfeffer und Lebkuchengewürz portionsweise im Zerkleinerer zu einem möglichst feinen Mehl gemahlen. Achte dabei darauf, dass die Mischung nicht zu warm wird!
Durch die Zugabe von Zucker und Salz, die ja beide eher scharfkantig sind, erzielst Du bessere Ergebnisse beim Mahlen.
Alternativ kannst Du natürlich auch eine Kaffeemühle zweckentfremden (Vorsicht vor Geschmacksübertragungen) oder im Handel Ausschau nach Senfmehl halten.

Ist Dein Senfmehl fertig, hast Du die meiste Arbeit schon hinter Dir.

Wasser und Essig werden einmal kurz aufgekocht, um dem Essig die Säurespitzen zu nehmen und mögliche Keime im Wasser abzutöten, dann wird die Mischung wieder abgekühlt.

Mit dem Pürierstab arbeitest Du dann die lauwarme Wasser-Essig-Mischung unter das Senfmehl ein und mixt das Ganze so lange, bis die Konsistenz dicker wird und an...nun ja, Senf erinnert.

Kurz abschmecken (Achtung, das Ganze ist noch SEHR scharf, das gibt sich mit der Zeit), in Gläser abfüllen und kühl etwa 3 Wochen lagern. Dann ist Dein Senf durchgezogen und die gröbste Schärfe hat sich verflüchtigt.

Und das war es auch schon.


Natürlich kannst Du wie immer munter abwandeln, Du kannst statt der weihnachtlichen Gewürze auch einfach mit Salz und Pfeffer arbeiten, Zitronenabrieb untermischen, den Essig durch Weiß- oder Rotweinessig ersetzen oder mit Sekt oder Cidre arbeiten und, und, und... Wenn Du aber einen Senf passend zum Fest magst, dann ist meine Variante ganz gut geeignet.


Natürlich funktioniert das Rezept auch mit ganz normalem braunem Zucker (den würde ich dem weißen vorziehen, das bringt eine schöne Karamellnote in den Senfgeschmack) und wenn Du Deinen Senf sehr mild magst, kannst Du noch einen zusätzlichen Löffel Honig unterrühren.


Ich hoffe, Dir gefällt das 1. Türchen, morgen machen wir beide etwas ganz anderes...schön wird’s!

Wo gibst Du Deinen Senf dazu?

Liebst,
Sabine

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