Dienstag, 20. Januar 2015

Das unmögliche Bloggergericht

Liebes, es gibt Gerichte, die werden wohl nie, im besten Fall höchst selten auf einem Blog landen. Weil sie einfach nicht gut aussehen.
Klar, bei Rezepten geht es um den Geschmack, aber ganz ehrlich – die Bilder sind es, die Dich im besten Fall zum Nachkochen bringen.


Heute bin ich mal ganz mutig. Oder auch völlig verrückt, nenn es, wie Du magst. Das Gericht, das ich Dir heute zeige, ist eines dieser ganz und gar unmöglichen Bloggergerichte, wenig ansprechende Bilder gepaart mit den Beteuerungen der Bloggerin, dass das Ganze aber dafür umso besser schmeckt.


Das Gericht ist die wilde Weiterentwicklung eines Rezeptes, das ich vor Jahren in einem Kochbuch gefunden habe. Muss ich erwähnen, dass meine Variante so GAR nicht mehr ans Original erinnert ;-)?

Wieder und wieder kommt dieses Essen bei mir auf den Tisch und wieder und wieder habe ich versucht, das Ganze so anzurichten, dass es gut aussieht. Blogtauglich.
Mittlerweile habe ich eingesehen: Das geht nicht.
Dieses Gericht kann ich nicht hübsch herrichten und so kam es zur heutigen Verrücktheit.


Perfekt geeignet für klamm-kalte Wintertage ist dieses Essen, es ist wunderbar herzhaft und lässt auch Fleischesser vergessen, dass sie gerade vegetarisch essen. Cremig, wunderbar schlonzig und alles andere als langweilig.


Wollen wir?

Kartoffelschlonz (bin für bessere Namen offen)

Du brauchst für 2 Personen

500g Kartoffeln, mehlig kochend (wichtig!)
1 große Zwiebel
100ml Milch (oder Sahne)
500-600ml Wasser
(Steinpilz)Brühe
55g Bergkäse (oder anderer würziger Käse)
Salz
Pfeffer

Evtl. frische Petersilie

Die Kartoffeln werden geschält und grob geraffelt, die Zwiebel wird geputzt und in kleine Würfel geschnitten, der Käse wird gerieben.

In ein wenig Öl wird erst die Zwiebel in einer hohen Pfanne (oder einem Topf) glasig gebraten, dann kommen die geraffelten Kartoffeln dazu und werden etwa 4-5 Minuten unter Rühren mit angebraten.

Mit der Milch und der Brühe ablöschen und den Käse unterrühren, bis er komplett geschmolzen ist.
Die Flüssigkeit sollte dabei etwa einen Fingerbreit über der Kartoffelmasse stehen.

Das Gröbste ist damit schon erledigt.

Lass alles bei recht hoher Hitze (bei mir Stufe 4-5 von 6) abgedeckt köcheln und rühr nur ab und zu, etwa alle 5-10 Minuten, um. Dadurch bildet sich am Pfannenboden immer wieder eine Kruste, die einen schönen Kontrast zur restlichen Cremigkeit bildet. Bei Bedarf zwischendurch noch etwas Brühe zugießen. 

Auf diese Weise geköchelt sind die Kartoffeln nach etwa 25 Minuten schön cremig und gar, die Flüssigkeit ist größtenteils aufgesogen.
Schmeck noch einmal alles mit Pfeffer und ggf. mit Salz ab (ist meistens nicht nötig, da der Käse schon salzig ist) – und fertig ist der Kartoffelschlonz.
Wenn Du magst, kannst Du das Ganze noch mit frischer, gehackter Petersilie bestreuen.


Wunderbar herzhaft wird das Gericht, wenn Du statt normaler Brühe Steinpilzbrühe verwendest, die findest Du z.B. im Reformhaus (und ist sowieso ein Joker, wenn es darum geht, Deinem Essen etwas Tiefe zu geben).
Die Kartoffel-Käse-Kruste, die immer wieder beim Kochen entsteht und unter die restliche Masse gerührt wird, sorgt für eine kleine Geschmacksabwechslung und unterstreicht die rustikale Note des Gerichts.

Wenn Du magst, passt ein frischer Salat wunderbar dazu, ich persönlich mag dieses Gericht am allerliebsten ohne alles an einem kalten, fiesen Tag – vegetarisches Soulfood vom Feinsten eben!


Welche unmöglichen Gerichte schlummern in Deinem Repertoire?

Liebst,
Sabine

Kommentare:

Tinks hat gesagt…

Das sieht total lecker aus. Wie etwas in das ich mich reinlegen würde und der Name passt doch.

Wird auf jedenfall mal nachgekocht.

Liebe Grüße Tinks

Nele hat gesagt…

"Uglyfood" kann soooo gutes Soulfood sein! Und Soulfood hat zu schmecken und die Seele zu streichen, nicht als Model eine super Figur auf dem Foto zu machem. ;-)
Ich habe bei Risotto oder Milchreis ein großes Problem mit dem Fotographieren, aber... Risotto und Milchreis sind immer gut für die Seele. :-)

Liebe Grüße,
Nele

PS: Deine Suppe könnte eine leckere Arbeitssuppe werden. Das muss ich mal ausprobieren. :-)