Mittwoch, 18. Februar 2015

Von unerwarteten Entdeckungen und neuen Brillen

Eigentlich wollte ich Dir heute ein wenig von der ambiente berichten, Liebes, dieser unfassbar riesigen Messe in Frankfurt, die ich am Montag besuchen durfte.

Eigentlich.

Denn dann saß ich heute in einem Workshop, der mich noch die restliche Woche beschäftigen wird. Nein, keine Sorge, vom Workshop mag ich Dir nicht erzählen, aber er hat mir heute wieder einmal gezeigt, wie ungeheuer spannend all die Menschen um mich herum sind.
Um Dich herum übrigens auch, Liebes.

Wie ich das meine?

Nun, kennst Du das, Du bist in einem Raum voll von unbekannten Menschen und auf einmal kommst Du aus dem Staunen gar nicht mehr heraus? Weil Du hörst und siehst, wie unterschiedlich alle sind und was für spannende Dinge ihre Leben bestimmen.
So ging es mir heute.

Workshopüblich kam an einer Stelle die ganz und gar obligatorische Runde „Und nun stellen Sie sich doch mal alle vor!“.
Soweit, so gut.
So etwas kann furchtbar langweilig und auch langatmig werden, alles schon erlebt.
Heute aber...da war’s ganz anders.

Staunend habe ich da gehört, wie viele Sprachen gesprochen, welche Interessen verfolgt werden und was für unglaubliche Ziele schon erreicht wurden.
Da hat jemand ein Buch geschrieben, nur mal so als Beispiel.
Find ich großartig!

Und an der Stelle des staunenden ‚Find ich großartig!’ hast Du genau zwei Möglichkeiten, wie Du reagierst.
Du kannst Dich entweder mit und an all dem Wunderbaren freuen, das Du gerade hörst, oder aber...Du bist total eingeschüchtert und fragst Dich, was um alles in der Welt DU eigentlich so anstellst mit Deinem Leben.

Hmpf.

Die gute Nachricht, Liebes?
Das denken die anderen auch und zwar über DICH.

Ist Dir mal aufgefallen, dass wir (fast) alle verrückterweise dazu neigen, uns selbst klein zu reden? Unsere Erfolge zu schmälern und zu negieren, anstatt sie mit einer riesigen Torte und einer Konfettiparade zu feiern?
Du weißt, was ich meine, oder?

Dieses giftige kleine „Ach, das ist doch nichts Besonderes!“, „Ach, das können andere viel besser!“, „Ach...“ setz ein, was Dir passt, Du verstehst, worauf ich hinauswill.

Das ist doch bescheuert!
Wieso können andere sehen, was wir Großartiges zustande bringen und wir selbst nicht?
Wieso haben wir an uns SELBST eine Anspruchshaltung, die niemand auf der ganzen Welt erfüllen kann – nicht aber an die anderen?
Wo kommt diese dunkelgraue Brille her, durch die wir uns selbst betrachten? Und sollte die nicht viel eher rosarot sein?!

Du merkst es, das ist schräg.

Und was schräg ist, gehört gerade gerückt und das machen wir beide heute. Ja, einfach so, ohne Wasserwage, dafür mit guter Laune und einer ordentlichen Portion Selbsterkenntnis. Eine neue Brille, wenn Du so willst, in frischen Farben und ohne den ollen Grauschleier.

Folgendes verstehst Du ab ganz genau jetzt, wenn Du nur willst:

1.
Du bist einzigartig.
Niemand ist wie Du und Du bist wie niemand sonst.
Du stehst zu niemandem in Konkurrenz, Du bist Deine ganz eigene Klasse und die ist wunderbar, spannend und großartig.

2.
Du bist genug.
Echt.
So, wie Du bist. Punkt.

3.
Weil Du in Konkurrenz zu niemandem stehst und so, wie Du bist, perfekt und genug bist, brauchst Du keine Vergleiche.
Weder die giftigen Vergleiche mit anderen, noch das schauderhafte Messen an Deinen eigenen, im Zweifelsfall völlig überzogenen Ansprüchen an Dich selbst.
Brauchst. Du. Nicht.

Und wenn das nun wegfällt?
Wenn Du Dich nicht mehr mit anderen vergleichst, wenn Du Dir selbst keine irrwitzig hohe Messlatte legst, die selbst ein Riese nicht erreichen könnte, wenn Du diese drei kleinen, einfachen Wahrheiten in Dein Leben einbaust, die Brille freundlicher und vor allem: ehrlicher gestaltest?

Dann wirst Du ganz definitiv mehr Spaß haben. Und Du wirst genießen können, was Du erreicht hast, weil Du Deine Erfolge nicht mehr mit denen Anderer misst oder klein hälst, weil Du Dir das ja eigentlich mal alles ganz anders gedacht hattest...

Du wirst erkennen können, wie toll Du nicht nur selbst bist, sondern wie toll auch alle anderen um Dich herum sind, die ja auch einzigartig und genug und unvergleichlich durch die Welt laufen.
Das heißt nicht, dass Du jeden mögen musst und mit großer Wahrscheinlichkeit wirst Du auch nicht bei jedem Menschen gleich das volle Großartigkeitspotential entdecken können.
Aber Du wirst offen dafür sein, es zu sehen.
Weil Du nicht damit beschäftigt bist, andere zu bewerten (jeder ist seine eigene Klasse, remember ;-)?) oder Dich selbst mit ihnen zu vergleichen und Du Dich statt dessen daran freuen kannst, wie phantastisch einzigartig jeder ist.
Wie spannend die Geschichten sind, die die Menschen zu erzählen haben – wenn Du nur zuhörst.
Wie unterschiedlich Leute, die eigentlich aus einer sehr ähnlichen Richtung kommen, die Welt sehen und wo Du ungeahnte Schnittmengen mit Menschen finden kannst, die Dir bis vor Kurzem noch völlig fremd waren.

Spannend!

Merkst Du was?
Du änderst Deine Einstellung zu DIR, Du wirfst die alte Brille weg und damit änderst Du, quasi im Vorbeigehen, ganz unbedarft, auch Deine Einstellung zu den anderen.
Das passiert ganz automatisch, ich versprech’s Dir.
Wenn das mal nicht praktisch ist ;-).

Und wenn Du die drei einfachen, kleinen Wahrheiten jetzt immer noch nicht ganz verinnerlicht hast? Wenn Du verstehst, wohin ich will, mir aber noch nicht so richtig folgen kannst?
Nun...Übung macht den Meister, oder? 
Sag Dir wenn es sein muss jeden Tag in jeder freien Minute, dass Du einzigartig, genug und unvergleichlich bist, häng es Dir an den Badezimmerspiegel, an den Kühlschrank, oder schick Dir selbst jeden Tag eine Email - bis Du's eben verstanden hast.
Ich glaube ja, Du bist bereits auf einem richtig guten Weg!

Und darüber, wie viel Zeit und Energie Du sparst, wenn Du mit den kindischen Vergleichen und Wertungen aufhörst, davon erzähl ich Dir dann ein anderes Mal.
Bis dahin genießen wir beide uns selbst – und all die wunderbaren Menschen um uns herum, ich jedenfalls bin gespannt, was der morgige Tag an Überraschungen bereit hält.

Also, lieber dunkelgrau oder doch eher rosarot?

Liebst,
Sabine

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