Montag, 21. März 2016

Colomba pasquale oder wie eine Taube in Muffins passt

Ich geb zu, der Titel ist nicht ganz eindeutig, also der Reihe nach.

Colomba pasquale, das ist eine italienische Osterspezialität, ein lockeres, süßes Hefebrot, das in lustiger Form daherkommt. Dass die Form eine Taube darstellen soll, habe ich erst verstanden, als ich nach den süßen Broten gegoogelt habe.

In Bozen lagen diese etwas plumpen Tauben, die in Italien ein beliebtes Symbol an Ostern sind, beim Bäcker in der Auslage und auch im Supermarkt gab es sie an jeder Ecke.
glutenfree Colomba Pasquale-Muffins, a fluffy Italian treat for easter
Du ahnst es, mein böser kleiner Futterneid hat wieder zugeschlagen. Womit der Plan stand, eine glutenfreie Taube zu backen. Und vielleicht...ja, vielleicht würde ich dabei auch auf die Taubenform verzichten. Hach, ich kann ganz schön verrückt sein.

Verrückt erschien dann auch mein Plan. Online gesucht habe ich ganz genau EIN Rezept für eine glutenfreie Variante gefunden. Ein Rezept, auf gefühlt 100 Blogs geteilt. Nein, danke.
Es musste also ein ganz neues Rezept her und so habe ich die eine Idee mit vielen, glutenhaltigen Versionen gemischt, probiert, verworfen, kurz: munter experimentiert.
glutenfree Colomba Pasquale-Muffins, a fluffy Italian treat for easter
Heraus kamen, Du ahnst es, köstliche kleine Tauben. In Muffinform, dicke, schlafende Tauben sozusagen, ganz gemütlich.

Fluffig sind sie geworden, nicht zu süß und wunderbar aromatisch.
Die Zutatenliste liest sich ziemlich lang, aber keine Sorge, es ist nicht allzu aufwändig, die Colombas zu backen. Einzig für die Gehzeit der Hefe solltest Du genug Raum einplanen. Währenddessen kannst Du aber natürlich etwas anderes tun.
glutenfree Colomba Pasquale-Muffins, a fluffy Italian treat for easter
So, lange Vorrede, hast Du Hunger? Dann ab in die Küche:

Colomba pasquale – Muffins (glutenfrei)

Du brauchst für 8 große Muffins

Teig
200ml Milch-Wasser-Gemisch, lauwarm
7g Trockenhefe
½ TL Reissirup (alternativ Honig, Agavensüße o.ä.)

110g Hafermehl, fein
100g Reismehl
110g Stärke (ich hatte eine Mischung aus Tapioka- und Kartoffelstärke)
3,3g Xanthan
50g Mandelmehl
50g Butter, sehr weich
25g Olivenöl (mild und fruchtig, alternativ 25g Butter)
50g saure Sahne
1 Ei, Gr. M
1 Eigelb, Gr. M
70g (Birken)Zucker
¼ TL Vanille, gemahlen
Prise Salz
Schale von 1 Orange
Schale und Saft von ½ Zitrone

Guss
1 Eiweiß
45g gemahlene Mandeln (ungeschält)
25g (Birken)Zucker
1 EL Wasser

außerdem
etwa 1 EL Hagelzucker
Mandeln, ungeschält und ganz

Zunächst verrührst Du die Hefe mit dem Sirup und der Milch. Achte darauf, dass die Flüssigkeit wirklich nur lauwarm ist, sonst tötest Du die Hefe. Stell die Mischung an einen warmen Ort, bis sie anfängt, zu blubbern. Das dauert etwa 10 Minuten.

In dieser Zeit werden die Mehle und das Xanthan sorgfältig in einer großen Schüssel vermischt, dabei sollten sich keine Klümpchen bilden. Dann kommen alle weiteren Zutaten dazu und zu guter Letzt wird die Milch-Hefe-Mischung dazu gegeben.
Mit den Knethaken Deines Mixers wird das Ganze nun in etwa 3-5 Minuten zu einem homogenen Teig verarbeitet. Der ist noch ziemlich klebrig, das gibt sich später.

Abgedeckt geht der Teig jetzt an einem warmen Ort etwa 40 Minuten, bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat.
TIPP: Zum Abdecken verwende ich eine große Plastiktüte, da Hefe es am liebsten warm und feucht mag.

Nach dieser Zeit wird der Teig umgefüllt in Muffinförmchen. Da die Masse jetzt deutlich weniger kleben sollte, könntest Du auch versuchen, Tauben zu formen. Ich sag’s nur...

Noch einmal wird alles abgedeckt und darf weitere 50 Minuten gehen. In dieser Zeit wird der Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorgeheizt und der Guss vorbereitet.
Dazu werden die gemahlenen Mandeln einfach mit Zucker, Eiweiß und Wasser zu einer recht dickflüssigen Masse vermischt. Wieder sollte alles klümpchenfrei sein.

Nach Ende der Gehzeit wird der Guss mit Hilfe eines Backpinsels gleichmäßig auf die Muffins aufgetragen, anschließend werden Hagelzucker und Mandeln locker darauf verteilt.
Im Backofen brauchen die guten Stücke nun 25 Minuten, bis die Küchlein gar und goldig sind.

Aus der Hitze und wenn möglich sofort aus den Formen nehmen (ja, das ist heiß, aber mit Topflappen oder einem Küchentuch geht das) und abkühlen lassen.
Dann nur noch – genießen! 
glutenfree Colomba Pasquale-Muffins, a fluffy Italian treat for easter
Die Colomba-Muffins schmecken, wie alles Hefegebäck, frisch am besten. Sie lassen sich am nächsten und übernächsten Tag prima etwa 20 Sekunden in der Mikrowelle aufwärmen und sind dann wieder herrlich frisch und naja – warm. Denn sind wir ehrlich, warmes Gebäck ist das Beste!

Die Gehzeiten im Rezept sind eher lang gehalten, das liegt daran, dass ich nicht allzu viel Hefe verwenden wollte. So hat der Teig so mehr Zeit, guten Geschmack zu entwickeln und den wollen wir ja haben. 
glutenfree Colomba Pasquale-Muffins, a fluffy Italian treat for easter
Übrigens lassen sich die kleinen Küchlein auch problemlos einfrieren, Du kannst also schon ein paar Tage vor Ostern backen und hast dann mehr Zeit für die Eiersuche.

Colomba pasquale kann ich Dir zu Ostern sehr empfehlen, ob als Kuchen gegessen oder als süßes Brot zum Brunch – die Täubchen gehen immer!

Liebst,
Sabine

1 Kommentar:

Krisi hat gesagt…

Sieht sehr lecker aus!Toll das dir die glutenfreie Variante so gut gelungen ist!Manchmal kann der Teig ja ohne Gluten schwer werden, aber deine sieht richtig schön weich und luftig aus=)
LIebe Grüsse,
Krisi