Freitag, 10. März 2017

Wir kochen zusammen: Omas Vanillepudding

Huch, schon wieder ist der 10. und Du weißt, am 10. koche ich mit Ina – in diesem Monat sind köstliche Kindheitserinnerungen HIER gefragt.

Eine ganze Weile habe ich überlegt, was ich kochen könnte und bin schließlich bei meiner Oma gelandet. Ich hatte das große Glück, in einem Doppelhaus aufzuwachsen, in der einen Hälfte lebten wir, in der anderen Oma und Uroma. Lauter Schwiegermütter mit ihrer Schwiegertochter, geballte Frauenpower. Dadurch konnte ich meine Oma tatsächlich jeden Tag sehen und wir hatten ein sehr inniges Verhältnis.
Traditional German Vanilla Pudding as grandma used to cook it - naturally glutenfree
Neben vielen Anderem hat sie so auch meine Küche stark beeinflusst und meine Kindheit schmeckt in der Erinnerung nach den eher leichten, experimentierfreudigen Gerichten meiner Mutter und den schweren Seelentröstern meiner Oma, die ihre Wurzeln jeden Tag verkocht hat.

Dass meine Oma von einem Gut in Ostpreußen stammte, konnte sie gerade beim Essen nie ablegen – viele Eier, Extraportionen an Sahne und Butter waren an der Tagesordnung. Und so ist auch Omas Vanillepudding besonders, denn bei ihr war ein eigentlich einfacher Pudding ein reichhaltiges Wölkchen aus Vanille und Eischnee.
Grandma's traditional German Vanilla Pudding
Üblicherweise gab es bei Oma Edith frische Früchte zum Pudding, was immer der Garten gerade hergab, am liebsten aber hatte sie Vanillepudding mit weißen Johannisbeeren. Die hatte ich nicht zur Hand, es ist auch gerade so gar keine Saison, und so habe ich aus TK-Beeren eine schnelle rote Grütze gekocht – die hätte Oma auch geschmeckt!

Den Pudding bereiten wir ganz ohne Tütchen zu, das geht nämlich genau so schnell und einfach wie die vermeintlich schnellere Variante – ist nur weniger gelb, da wir auf Farbstoffe verzichten.
Der Vorteil? Du kannst Deinen Pudding süßen und würzen wie immer es Dir passt und sogar die Konsistenz anpassen. Dazu später mehr, jetzt kochen wir schnell
Traditional German Vanilla Pudding, naturally glutenfree, lactosefree option

Omas Vanillepudding

Du brauchst für 4 zum Nachtisch

Pudding
500ml Milch (lactosefrei, wenn nötig)
35g Speisestärke (glutenfrei, wenn nötig)
30g Zucker
1 Vanilleschote
1 Ei, Größe L
Prise Salz

Schnelle rote Grütze
200g Beerenmischung, TK
50ml Cranberrysaft (Holdundersaft, Rotwein oder einfach Wasser gehen auch)
Spritzer Zitronensaft
1 EL Ahornsirup
2 TL Stärke, in wenig Wasser gerührt

Wir fangen mit dem Pudding an.

Dazu werden zunächst 450ml der Milch in einem großen Topf erhitzt.

In die restlichen 50ml Milch werden Stärke, Zucker und die ausgekratzte Vanilleschote gegeben und mit einem Schneebesen gründlich verrührt. Achte darauf, dass sich keine Klümpchen bilden.

Wenn Die Milch soweit erhitzt ist, dass sie aufkocht, wird die Stärkemischung eingerührt und Dein Pudding wird nun noch einmal ordentlich aufgekocht – rühre dabei die ganze Zeit kräftig mit dem Schneebesen, damit nichts anbrennt.

Vom Herd ziehen und das Ei trennen. Das Eigelb wir sofort unter den noch kochend heißen Pudding gerührt und mit dem Schneebesen gut eingearbeitet. Sei dabei schnell, damit nichts gerinnt.

Nun darf der Pudding etwa 5 Minuten lang abkühlen, genug Zeit, um die rote Grütze aufzusetzen und Eischnee zu schlagen.

Zunächst aber werden die Beeren mit dem Saft und Ahornsirup einfach in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zum Köcheln gebracht. Nach etwa 1-2 Minuten Kochen sollten alle Beeren aufgetaut und noch nicht matschig sein. Das Stärkewasser wird nun schluckweise zugegeben, bis Dir die Bindung der Masse gefällt. Ich selbst mag eine Grütze eher flüssiger als fest, da haben etwa 1 ½ TL Stärke genügt.  Noch einmal für etwa 1 Minute köcheln lassen, damit der Stärkegeschmack verfliegt und abschmecken, ob Dir auch alles süß genug ist – fertig.

Endspurt, das übrig gebliebene Eiweiß wird mit einer Prise Salz zu einem festen Eischnee geschlagen und anschließend mit dem Schneebesen vorsichtig unter den noch warmen Pudding gehoben, so dass kleine Wölkchen entstehen.
Fertig.
Hach!

Die Anleitung liest sich länger, als das Ganze dauert, in nicht einmal 15 Minuten bist Du entspannt fertig. Den Pudding kannst Du nun abkühlen lassen oder aber wie ich lauwarm genießen - so mag ich ihn am liebsten.
naturally glutenfree vanilla pudding
Bei meiner Variante  habe ich mich für nur ein Ei entschieden, meine Oma hätte ohne mit der Wimper zu zucken sicherlich 2-3 Eier verwendet. Ostpreußen und so – irgendwer musste ja aufessen, was das Geflügel an Eiern produziert hat ;-)... Planst Du den Pudding als Hauptgericht, wäre das sicherlich machbar, ich persönlich mag es wie angegeben am liebsten.

Wie angekündigt, kannst Du die Konsistenz Deines Puddings entspannt selbst bestimmen, wenn Du auf den Tüteneinsatz verzichtest. Meine Oma mochte ihn eher cremig und so ist auch mein Rezept geworden, wenn Du festeren Pudding lieber magst, verwende einfach mehr Stärke. 40g auf 500ml Milch sollten einen festeren Pudding ergeben, willst Du ihn stürzen können, verwende bis zu 45g.
Oh und wenn Du Dich mal vergreifst und alles zu fest wird – einfach einen zusätzlichen Schluck Milch unterrühren, damit wird das Ergebnis wieder cremiger.
Traditional German Vanilla Pudding as Grandma used to cook it
Ob zu Ostern, anderen Feiern oder schlicht zum Nachtisch – dieser Pudding ist ein kleines Fest! Danke, liebe Ina, dass ich dieses Schätzchen meiner Kindheit wiederentdeckt habe, tatsächlich hatte ich Pudding auf diese Weise zubereitet seit vielen Jahren nicht gegessen...der sollte doch glatt reaktiviert werden!

Wie schmeckt Deine Kindheit?

Liebst,
Sabine

Kommentare:

Ina Apple hat gesagt…

Also der Pudding sieht wirklich verboten lecker und fluffig aus! Rote Grütze liebe ich sowieso und die kann ich mir zu deiner Pudding-Variante auch sehr gut vorstellen!
Liebe Grüße, Ina

Benni :) hat gesagt…

Liebe Sabine!
Der Pudding sieht himmlisch lecker aus, die Variante mit Eischnee unter den fertigen Pudding heben ist mir noch nie untergekommen, hört sich aber toll an und vor allem muss man das übrige Eiweiß dann nicht wegschmeißen!
Deine Oma war wohl eine sehr begabte Köchin und ich finde deine Erinnerungen an sie sehr schön zu lesen. Hach, wie gerne würde ich auch neben meinen Omas wohnen, leider muss ich fast zwei Stunden lang fahren, um sie zu besuchen, aber ich tue es sehr gerne und so oft es geht. ♥
Ganz liebe Grüße und dein Pudding wird gleich auf meiner Nachmach-Liste vermerkt! ;)
Benni ♥