Freitag, 17. November 2017

Freitagsfunde {179}

Was für eine Woche!
Nachdem ich das letzte Wochenende bei der Blogst in Berlin war und damit und privaten Verabredungen eine richtig schöne Zeit hatte, habe ich nach der Rückkehr am Montagabend gemerkt, wie kaputt ich bin.
So richtig und zwar hochverdient.

Die letzten Tage war es also nicht nur hier auf dem Blog, sondern auch im Leben 1.0 deutlich ruhiger, auf die Freitagsfunde wollte ich dann aber doch nicht verzichten.
Es geht wieder los, die Zeiten der Adventskalender und Geschenke sind angebrochen. Während ich bereits 2 Adventskalender befüllt und übergeben und den für den Lieblingsmenschen organisiert habe, zusätzlich noch an einem weiteren bastele und für Dich in der nächsten Woche eine adventliche Überraschung bereithalte, ist auch in Bloggerhausen die Vorweihnachtsfreude ausgebrochen.
Zwei besonders schöne Beispiele mag ich mit Dir teilen, so zeigt die liebe Katrin HIER, wie hübsch der Advent eingeweckt daherkommen kann, während ich bei Anja HIER über die schönsten Geschenkverpackungen für Kinder gestolpert bin.

Apropos Adventskalender...wenn Du da nicht so die Bastelfee bist und vielleicht auch noch einen Kaffeeliebhaber zuhause hast, dann kann ich Dir diesen Kaffeeadventskalender HIER wärmstens empfehlen. Der wurde von mir schon einmal verschenkt und kam sehr gut an. Ich wollte es nur erwähnt haben ;-).

Glutenfreie Buchweizen-Apfel Galette mit Ahornsirup-Walnuss-Frangipane? Ja, bitte! HIER geht’s zum Rezept, das sich nicht nur lecker liest, sondern, wie bei dieser Adresse auch nicht anders zu erwarten, unfassbar gut aussieht!

Grundsätzlich bin ich, jeder, der sich die Arbeit macht, möge mir verzeihen, kein Fan von Geschenkefindern, wie sie auf vielen Plattformen und Blogs zu finden sind. In aller Regel ist da herzlich wenig bei, was meinen Lieben eine Freude machen würde. Eine große Ausnahme aber gibt es und sei es auch nur für die Inspiration: Der Gift Guide der wunderbaren Joanne Goddard, der jedes Jahr in mehreren Teilen online geht. Die Übersicht findest Du HIER, die ersten beiden Posts sind auch bereits nachzulesen und lohnen sich schon der Überschriften wegen!

Und das war es auch schon wieder für heute.

Dieses Wochenende freue ich mich auf weiteres Batterieaufladen, auf Zeit mit dem Lieblingsmenschen und die Umsetzung eines nur so semi-verrückten Projektes, auf Backexperimente und ausgedehnte Badewannenbesuche.

Mach es Dir schön!

Liebst,
Sabine


Samstag, 11. November 2017

(Freitags)Samstagsfunde {178}

Hach ja...letzte Woche fielen die Freitagsfunde ins Wasser, naja, eher in die Erkältung, heute kommen sie als Samstagfunde daher...es wird besser. Versprochen. Ab nächster Woche oder so ;-).
Während ich heute und morgen auf der Blogst in Berlin bin, habe ich noch ein paar schöne Links zum Wochenende für Dich. Kleine Funde der Woche, die mir zu gut gefallen haben, um sie nicht mit Dir zu teilen.

Da wäre zum Beispiel dieser wunderschöne Wunschzettel, anzuwenden bei akuter Geschenke-Amnesie HIER. Ich muss den ganz unbedingt verteilen...

Pünktlich zu St. Martin habe ich ein blitzschnelles Laternen-DIY für Dich, das Janine diese Woche gebastelt hat. Einfach und zuckersüß, so mag ich das, HIER kannst Du sehen, wie’s geht.

Einen spannenden Artikel über die Ankunft in Deutschland eines Mädchens aus russlanddeutscher Familie habe ich HIER gefunden. Lesenswert.

Shoppingtipps gibt es von mir sehr, sehr selten, diese Kette mit freundlicher Erinnerung HIER aber muss ich Dir einfach zeigen! Ich habe meine schon vorbestellt und freue mich, wenn das gute Stück in einigen Wochen den Weg zu mir gefunden hat.

Als ich dieses Rezept HIER bei Instagram entdeckt habe, war ich hin und weg. Ich mein...im Ofen gebackener Rosenkohl ist schon toll, aber in Kombination mit knusprigen Brotwürfeln, etwas Käse und Granatapfelkernen...Knaller! Das wird bald nachgemacht.

Und das war es auch schon wieder für diese Woche, ich hoffe, dass etwas für Dich dabei war.

Dieses Wochenende freue ich mich auf die und an der Blogst, auf das Wiedersehen mit lieben Menschen, auf Lachen und Quatschen und Lernen und spannenden Input.

Mach es Dir schön!

Liebst,
Sabine

Freitag, 10. November 2017

Wir kochen zusammen: Kaspressknödel

Es ist der 10. und Du weißt, was das heißt: gemeinsames Kochen mit Ina HIER. Heute ist auch Freitag und damit Zeit für die Freitagsfunde, da sich der 10. nun aber so gar nicht verschieben lässt, kommen die Freitagsfunde in Verkleidung von Samstagsfunden dann einfach morgen.
Österreichische Kaspressknödel, der Klassiker in glutenfreier Variante
So...jetzt aber zurück zum Kochen.
Nach käsigem Soulfood hat Ina gefragt und da musste ich nun wirklich nicht lange überlegen. So viel so arg Käsiges esse ich gar nicht, ein Gericht aber steht ohne Übertreibung schon seit Jahren auf meiner das-muss-doch-glutenfrei-gehen!-Liste, Kaspressknödel nämlich.
gluten free Kaspressknödel, an Austrian speciality and oh-so good!
Kaspressknödel, ursprünglich aus Tirol, soweit ich weiß, sind Verwandte der Semmelknödel, aber sie kommen nicht knödelrund daher, sondern flach gedrückt und sie werden gebraten, statt gekocht. Serviert werden die klassischerweise auf zwei verschiedene Arten: In einer kräftige Brühe schwimmend, oder zu einem frischen Salat. Ich bevorzuge ganz definitiv die zweite Variante und so zeige ich Dir heute Kaspressknödel auf Salat – glutenfrei, versteht sich.
Kaspressknödel, ein Klassiker glutenfrei zuebreitet
Das Knödelbrot dafür bekomme ich bei meinem glutenfreien Bäcker in Aichach, Du findest es auch bei vielen Anbietern online. Ich habe mich durch ein paar Sorten probiert, bis ich zufrieden war, gib also nicht gleich auf, wenn Dir der erste Versuch noch nicht perfekt schmeckt.
Hast Du kein Problem mit Gluten, kannst Du auch ganz normales Knödelbrot oder altbackene Brötchen verwenden und das Rezept funktioniert wunderbar.

Wollen wir? 
Kaspressknödel, ein österreichischen Klassiker in glutenfreiem Gewand
Kaspressknödel (glutenfrei, oder auch nicht)

Du brauchst für 6 Knödel

150g Knödelbrot oder altbackene Brötchen (bei Bedarf glutenfrei)
½ Zwiebel
30g Butter
100ml Milch
2 Eier, Gr. L
85g kräftigen Bergkäse
1 geh. EL frisch gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer

Salat zum Servieren, ich hatte eine Mischung aus
Kopfsalat
Möhren
Tomaten
mit einer Vinaigrette aus
Olivenöl
Apfelessig
Salz
Pfeffer

Butterschmalz zum Braten

Das Knödelbrot wird in recht kleine Stücke geschnitten oder gebrochen, wenn es nicht schon in der passenden Größe gekauft wurde. Gib die Würfelchen in eine große Schüssel und stell die kurz beiseite.

Die Zwiebel wird geputzt, in feine Würfel geschnitten und in der Butter glasig angebraten. Mach das bei maximal mittlerer Hitze, Butter und Zwiebeln sollen nicht braun werden!

Sind die Zwiebeln glasig, wird die Milch dazu gegossen und kurz erwärmt, bevor die Mischung über die Brotwürfelchen gegeben wird. Eier, Petersilie und der fein geriebene Bergkäse kommen dazu, ebenso Salz und Pfeffer und dann wird alles sorgfältig miteinander vermischt.
Du kannst das mit einem Löffel machen, ich nehme die Hände, weil ich dann fühlen kann, ob die Knödelmasse evtl. zu trocken ist. Je nach gekauftem Knödelbrot kann es sein, dass Du einen Schluck Milch extra benötigst. Am Ende des Mischens sollte das Knödelbrot feucht, aber nicht nass sein.
Abdecken und 30-45 Minuten ruhen lassen.

In der Zeit kann Du Deinen Salat zubereiten, oder aber Deine Brühe kochen oder erwärmen.

So oder so, nach der Ruhezeit sollte sich die Knödelmasse gut formen lassen. Je eine Hand voll der Masse zwischen den Handflächen zu einem flachen Kaspressknödel pressen (vielleicht kommt daher der Name?).
Die kleinen Kerle werden dann in wenig Butterschmalz gebraten, pro Seite solltest Du bei mittlerer Temperatur etwa 4-5 Minuten einrechnen. Achte darauf, dass die Hitze nicht zu groß ist, sonst verbrennt der Käse an der Außenseite Deiner Knödel, während die Masse im Inneren noch roh ist.

Kurz auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen – und genießen!
Österreichische Kaspressknödel, ganz ohne Gluten
Kaspressknödel leben vom verwendeten Käse, Du kannst da also gerne in die Vollen gehen. Ich habe einen kräftigen österreichischen Bergkäse in die Knödelmasse gemischt, mach das einfach, wie es Dir schmeckt. Magst Du es gerne extra-käsig, kannst Du die Menge bis zu 100g aufstocken.
glutenfreie Kaspressknödel, ein Klassiker auf neuen Wegen
Das war es, mein käsigen Soulfood für trübe Herbst- und Wintertage. Danke, Ina, für die Anregung, ich freue mich, dass ich dieses Rezept nun im Repertoire habe.

Wie sieht Dein Käsetraum aus?

Liebst,
Sabine

Dienstag, 7. November 2017

Von glutenfreien Weckmännern und einem Wasserschloss

Zu den Erinnerungen an St. Martin gehören für mich ganz unbedingt Weckmänner. Woanders heißen sie auch Stutenkerle, immer aber sind die kleinen Männchen aus leicht süßem Hefeteig geformt. Für mich müssen sie eigentlich auch noch eine Pfeife dabei haben, ich sag es gleich, mein Weckmann hat keine bekommen. Dazu aber gleich mehr.
Weckmänner gehören für mich also zu St. Martin, genau, wie ein Laternenumzug. Der von unserer Grundschule führte uns jedes Jahr zum nahe gelegenen Wasserschloss, wo auf der Freitreppe bei Fackelschein die Mantelteilung stattfand. Dass sowohl meine Schwester als auch ich Jahre später auf eben dieser Freitreppe Hochzeitsfotos schießen lassen würden, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Es ging also mit den Laternen zum Schloss und nach der Mantelteilung immer dem Martinspferd hinterher zurück zum Schulhof, wo die Eltern mit Schmalzbroten, Weckmännern, heißem Tee für die Kinder und Glühwein für die Erwachsenen warteten.
So fühlt sich das Sankt Martin meiner Kindheit an, nach der Stärkung sind wir Martinslieder singend durch diverse Wohnstraßen gelaufen und haben bergeweise Süßigkeiten eingesammelt – die haben locker bis Weihnachten gereicht.

Seit meine Zöliakie diagnostiziert wurde, habe ich keinen Weckmann mehr gegessen  und das musste sich in diesem Jahr endlich ändern! Dazu musste ich es ‚nur’ hinbekommen, einen formbaren Hefeteig zu zaubern...hach ja...
Nun, das Problem ist gelöst, geholfen hat mir Freund Zufall. Na gut, eigentlich Freund Schusseligkeit, wenn die auch oft keine so gute Freundin ist.

Meine Hefeteige waren immer und immer wieder zu klebrig, um in eine Form gebracht zu werden, zu feucht und einfach eine Katastrophe. Wenn auch eine mit leckeren Folgen, denn geschmeckt hat das Ergebnis immer. Nur anders, als in eine Form geworfen backen konnte ich die Teige nie.
In den letzten Wochen habe ich damit experimentiert, mehr Bindung in den Teig zu bekommen, mal habe ich gemahlene Flohsamenschalen verwendet, dann wieder Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl oder auch Xanthan. Das Ergebnis war immer wieder nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, ein formbarer Teig nämlich, der keine innige Verbindung mit meinen Händen eingeht, sprich: klebt wie die Hölle.
Dann habe ich aus Versehen Flohsamenschalen und Xanthan in den Teig gemischt, reine Schusseligkeit, wie schon erwähnt. Ich habe mir keine große Hoffnung auf ein form- oder essbares Ergebnis gemacht und dann...tja, dann hatte ich den perfekten Teig! So leicht kann es manchmal gehen.

Und so kann ich Dir heute meinen Weckmann zeigen, etwas eigenwillig ist die Form geraten, aber ich habe ja auch eine jahrelange Pause im Teigformen machen müssen. Im nächsten Jahr wird er hübscher und bekommt seine Pfeife, die ich in kleinen Mengen und kurzer Zeit nicht auftreiben konnte. Dafür hat Hans-Günther, wie ich das Männchen getauft habe, eine dicke rote Fliege um den Hals bekommen, ein bisschen Schmuck musste sein.
So, genug der langen Vorrede, ab in die Küche!

Weckmann (glutenfrei)

Du brauchst für 2 Weckmänner

20g frische Hefe (glutenfrei)
30g Reissirup
150ml Milch, lauwarm
125ml Wasser, lauwarm (alternativ nur 275ml lauwarme Milch)

440g Brotmehl, glutenfrei (ich hatte Mix B von Schär)
40g Maisstärke
Prise Salz
2g gemahlene Flohsamenschalen
3g Xanthan
50g Butter, zerlassen
Schale von ¼ (Bio)Zitrone
100g Joghurt
1 Ei, Gr. L

glutenfreies Mehl zum Ausrollen (ich hatte Reismehl)
Milch zum Bepinseln
evtl. Rosinen zur Deko
evtl. Gipspfeife zur Deko

Wasser und Milch werden gemischt und erwärmt, Hefe und Reissirup darin aufgelöst. An einem warmen Ort etwa 15 Minuten stehen lassen, bis die Flüssigkeit anfängt, Blasen zu werfen.

Parallel werden Mehl, Stärke, Flohsamenschalen, Xanthan und Salz sorgfältig miteinander vermischt.
Ist die Hefeflüssigkeit fröhlich blubbernd soweit, kommen die Mehlmischung, die flüssige Butter, Joghurt, Ei und der Zitronenabrieb dazu.

Mit dem Mixer (Knethaken) für 6-7 Minuten durchmischen. Der Teig wird durch die Bindemittel fester, bleibt aber noch leicht klebrig, das passt so.
Mit Klarsichtfolie abdecken oder aber die Rührschüssel in eine große Tüte einschlagen und an einem warmen Ort* für etwa 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Teigvolumen nahezu verdoppelt hat.

(* Ich habe das Glück, einen Backofen mit einer Gärstufe zu besitzen, kann also meine Gärumgebung gut kontrollieren. Du kannst auch Deinen Backofen zum Gären nutzen, dazu einfach nur die Glühbirne anstellen und das am besten gleich zu Beginn der Teigvorbereitungen. Dann sollte der Backofeninnenraum zum gewünschten Zeitpunkt um die 30 Grad haben.)

Jetzt kommt der spaßige Teil, wir bringen den noch immer dezent klebrigen Teig dazu, ganz kooperativ zu werden.
Dazu eine sehr biegsame Silikonmatte oder aber ein großes Stück Frischhaltefolie recht großzügig mit dem glutenfreien Mehl bestäuben. Ich habe das mit Reismehl gemacht, Du kannst aber auch einfach die schon verwendete Mehlmischung benutzen.
Der Teig wird auf das Mehl gesetzt und dann mit Hilfe der biegsamen Unterlage (also Silikonmatte oder Frischhaltefolie) behutsam geknetet. Das Mehl wird eingearbeitet und nach maximal 2 Minuten hast Du einen formbaren Teig, der nicht mehr klebt.

Der Teig wird halbiert und in 2 Rollen von etwa 20cm geformt. Diese legst Du weit voneinander entfernt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Alles, was Du jetzt noch brauchst, ist ein Messer.
Mit dem wird je ein etwa 2-3cm großes Stück an einem Ende der Teigstangen abgetrennt, das zu einer Kugel geformt und als Kopf wieder angesetzt wird.
Am anderen Ende der Stangen werden diese auf einer Länge von etwa 7cm mittig halbiert. Die so entstehenden Enden etwas nach außen biegen, das sind die Beine des Weckmannes.
Für die Arme wird auf halber Strecke zwischen Beinen und Kopf der Teigstrang seitlich eingeschnitten. Ich habe einen Arm abstehen lassen und einen auf den Bauch des Männchens geklappt, das kannst Du machen, wie Du magst.

Nun wird der Teig noch dünn mit Milch eingepinselt und Dein Weckmann dann nach Belieben verziert. Wie Du auf den Bildern sehen kannst, habe ich mich für eine recht minimalistische Variante entschieden, mein Männchen hat nur drei Rosinenknöpfe bekommen.
Lass Deiner Phantasie einfach freien Lauf!

Im auf 225°C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen brauchen Deine Weckmänner jetzt 15 Minuten, bis sie goldig sind und gut duften.

Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und genießen!
Die angegebene Teigmenge reicht für 2 Weckmänner, ich habe tatsächlich nur einen gebacken und aus der anderen Teighälfte ganz was anderes gemacht – Rezept folgt bald.

Der Weckmann schmeckt richtig gut, nicht sehr süß, aber so mag ich es. Wenn Du es lieber süßer magst, kannst Du locker noch bis zu 30g Zucker im Teig verarbeiten.
Auch der Zitronenabrieb ist nicht ganz klassisch im Weckmann, schmeckt mir aber richtig gut. Wenn Du es sehr traditionell liebst, oder aber Zitrone einfach nicht magst – weglassen, das kennst Du schon von meinen Rezepten.
Der Teig ist schön fluffig und feinporig, genau, wie er sein sollte, und ich finde ihn super! Übrigens auch perfekt geeignet für süße Sonntagsbrötchen, ich wollte es nur erwähnen. In dem Fall würde ich den Teig schon am Samstag zubereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Sonntags dann nur noch formen und backen.

Jetzt fehlen mir zum Martinsglück nur noch eine Laterne, ein Wasserschloss, ein Schimmel und ein Reiter – die werden sich ja wohl auftreiben lassen ;-).

R.I.P., Hans-Günther, lecker warste!

Liebst,
Sabine

Mittwoch, 1. November 2017

Goodbye & Hello – Oktober & November

Huch, ist schon November? Zeit für Weckmänner, Laternenbasteln und viel zu wenig Tageslicht?
Offenbar...nun, dann machen wir es uns eben kuschelig, dazu lädt dieser Monat nämlich so richtig ein!
Bundle of Acorns
Bevor es aber für mich und auch den Blog so richtig losgeht mit all der Novemberherrlichkeit mag ich noch einen kurzen Blick zurückwerfen auf meinen Oktober. Der endete, wie er begann, nämlich mit einem Feiertag und damit viel freier Zeit für den Lieblingsmenschen und auch meine Familie. Die habe ich Mitte des Monats im Rheinland besucht und gestern noch einmal in Passau gesehen. Schön war’s und wieder einmal viel zu wenig Tantenzeit.

Hier auf dem Blog wurde es sehr herbstlich, es gab neben einem herrlich einfachen und richtig hübschen 2-Minuten-DIY HIER
easy-peasy DIY Felt Acorns to brighten up your fall decoration
gleich zwei meiner Oktoberfavoriten in leckersten Rezepten, nämlich Kürbis in fluffigen Pancakes HIER
delicious Pumpkin Pancakes, just 5 ingrediences and oh-so good (and gluten free, too!)
und knackige Äpfel in Apfelkücherln HIER, die mir endlich glutenfrei gelungen sind.
gluten free Apple Fritters, the perfect treat for fall
Daneben habe ich Dir zwei ganz unterschiedliche Soulfood-Rezepte gezeigt, für Ina habe ich Kushari HIER zubereitet, ägyptisches Wohlfühlessen vom Feinsten
gluten free version of Egyptian Koshary
und für Claras #gemüseexpedition HIER eine wärmende Caldo Verde, die im Gegensatz zum Kushari in der Zubereitung nur einen einzigen Topf verlangt.
Vegan Caldo Verde with oven-roasted Napa Cabbage, a delicious gluten free dish
Am 12. habe ich Dich HIER wieder mit durch meinen Alltag genommen, ein ganz normaler, ruhiger Tag war das,
und freitags sind wir durchs WWW gehüpft und ich habe mit Dir in den Freitagsfunden Schönes geteilt.
HIER und
HIER kannst Du’s nachlesen.
Im November freue ich mich, Dir einen perfekten Kürbiskuchen mit Streuseln zu zeigen, ich möchte Weckmänner backen und für die #gemüseexpedition etwas Gutes aus Grünkohl zaubern, ein paar DIY Ideen habe ich auch und überhaupt und sowieso einen richtig schönen Plan für die nächsten Wochen. Das muss jetzt nur noch hinhauen. 
Der Monat wird dem Lieblingsmenschen und mir ein paar verreiste Tage bescheren, ich freue mich auf die Blogst in Berlin und vielleicht noch auf ein paar Tage im Rheinland, auf Übungserfolge und Pläne, gemütliche Herbstabende zuhause und viel Zeit mit lieben Menschen.

Was hält der Monat für Dich bereit?

Liebst,
Sabine

Montag, 30. Oktober 2017

Gemüse-Expedition #10: Chinakohl

So gerade noch im Oktober ist es fertig geworden, mein Rezept mit Chinakohl und damit rechtzeitig, um an Claras #gemüseexpedition teilzunehmen.

Dieses Mal habe ich mich für einen portugiesischen Klassiker entschieden, den ich zugegeben recht eigenwillig interpretiert und damit meine ganz eigene Version gekocht habe. Es gibt Caldo Verde, zu Deutsch grüne Brühe und so, wie es klingt, sieht dieses ursprüngliche Arme-Leute-Essen auch aus.
Vegan Caldo Verde with oven-roasted Napa Cabbage, a delicious gluten free dish
Die Grundidee der Caldo Verde ist denkbar einfach, eine Zwiebel und Knoblauch werden angeschwitzt, dazu kommen Kartoffelwürfel und Wasser. Die Suppe kocht, bis die Kartoffelwürfel zerfallen sind, was für eine sämige Konsistenz sorgt, zum Schluss werden Chouriço und fein geschnittener Kohl zugegeben und fertig.

Soweit zum Original...
Dass ich die Wurst weglassen würde, ist ja klar, da ich ausschließlich vegetarisch koche. Um dennoch etwas Tiefe in die Suppe zu bekommen, habe ich zu den gewürfelten Kartoffeln noch etwas Knollensellerie geschmuggelt, eine gute Idee, wie ich finde.

Statt des üblichen Kohls, einer portugiesischen Sorte, habe ich Chinakohl verwendet und um es noch ein bisschen verrückter zu machen, war mein Chinakohl lila.
Das macht meine Suppe also genau genommen zu einer Caldo Lilás.
green and purple Napa Cabbage, veggies can be so beautiful!
Was beim Kochen herauskam fand ich schon gut, aber nicht knallermäßig genug für Clara, so dass ich noch ein schnelles und grandios gutes Topping aus knusprigem Chinakohl gemacht habe.
Zusammen können sie echt etwas, meine Caldo Verde im lila Mäntelchen und der herrlich würzige gebackene Chinakohl.

Jetzt aber ab in die Küche!
Vegan Caldo Verde with Napa Cabbage, a delicious interpretation of a Portugese classic
Caldo Verde mit Chinakohltopping (natürlich glutenfrei)

Du brauchst für 2 Hungrige

Suppe
1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
500g Kartoffeln, mehligkochend
120g Knollensellerie
¾ - 1 l Wasser
Salz
Pfeffer
1 großes Lorbeerblatt
etwa ¼ Chinakohlkopf
½ - 1 TL Zitronensaft, frisch gepresst

Gebackener Chinakohl
½ Chinakohl (bei mir je ¼ grüner und lila Chinakohl)
2-3 EL Olivenöl
½ TL Zitronensaft, frisch gepresst
Salz
Pfeffer
1-2 Knoblauchzehen
½ Chilischote, frisch (oder nach Geschmack)

Zuerst kümmern wir uns um die Suppe.
Dafür wird die Zwiebel geschält und in Würfel geschnitten in Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig angebraten.
In der Zeit wird der Knoblauch geschält, grob zerteilt und darf dann ebenfalls kurz mitbraten.
Achte darauf, dass nichts braun wird, sonst kann Deine Suppe bitter schmecken!

Sellerie und Kartoffeln werden geschält und in kleine Würfel geschnitten. Ebenfalls für 2-3 Minuten unter Rühren mitbraten, dann wird alles mit Wasser abgelöscht. Ich habe einen Liter verwendet, magst Du Deine Suppe eher dickflüssig, verwende nur 750ml.
Salzen und pfeffern und mit dem Lorbeerblatt abgedeckt etwa 20 Minuten köcheln lassen.

Zeit, sich um den Chinakohl zu kümmern.
Olivenöl, grob gehackter Knoblauch, fein gehackte Chilischote, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verquirlen und kurz ziehen lassen.

Der Kohl wird gewaschen und dann ohne Strunk quer in feine Streifen geschnitten. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen (es sollte möglichst nur eine Schicht Gemüse geben, sonst wird der Kohl nur labberig, aber nicht knusprig) und das Ölgemisch darüber verteilen. Mit den Händen durchmischen, so dass Öl und Gewürze überall hin gelangen.

Im auf 195°C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen braucht der Chinakohl nun etwa 20 Minuten, bis er gar und gebräunt ist – knusprig also.

Es geht in den Endspurt.
Das Lorbeerblatt wird aus der Suppe entfernt, die nun entweder mit einem Kartoffelstampfer oder mit einem Pürierstab bearbeitet wird, je nachdem, wie stückig Du Deine Suppe magst und wie sämig alles werden soll.
Anschließend kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Von Deinem verbliebenen halben Chinakohlkopf wird noch einmal etwa die Hälfte in feine Streifen geschnitten, die anschließend in der Suppe landen. Den Herd herunterdrehen und den Kohl nur noch in der abgedeckten Suppe in 3-5 Minuten bissfest gar ziehen lassen.

Die Suppe auf Tellern verteilen, wenn Du magst mit ein wenig Olivenöl beträufeln, dann den gebackenen Chinakohl mitsamt den Knoblauch- und Chilistückchen als Topping auf der Suppe verteilen und jetzt nur noch genießen!
oven-roasted napa cabbage, the perfect topping for your soup!
Die Suppe schmeckt lecker, aber nicht allzu kräftig, das ändert sich durch die Zugabe des Toppings vollkommen. Das Schöne dabei ist, dass jeder Löffel anders schmeckt, je nachdem, ob Du ein Stückchen süßlich gegarten Ofenknoblauch erwischst oder aber etwas Chili. Der gebackene Kohl ist knusprig, einige Stücke sind aber auch weich geblieben, der bissfeste Kohl in der Suppe bildet dazu einen tollen Kontrast, die erdigen Kartoffeln und der würzige Sellerie runden das Ganze ab.

Wie üblich kannst Du mein Grundrezept munter variieren. Du magst die Knoblauchwurst Chouriço für Dein Leben gern? Prima, immer rein in die Suppe! Du kannst Chinakohl nicht ausstehen, liebst aber Grün- oder Schwarzkohl? Kein Thema, mach aus der Idee einfach, was Dir schmeckt, da gibt es kein Richtig und Falsch.
Caldo Verde with Napa Cabbage - vegan, gluten free and oh-so good!
Liebe Clara, danke für die #gemüseexpedition im Oktober, ich bin schon sehr gespannt, wo ich für den November Grünkohl auftreiben kann – hier in München ist das nämlich die eigentliche Herausforderung!

Welches Gemüse kommt bei Dir in den Backofen?

Liebst,
Sabine