Donnerstag, 1. März 2018

Glutenfreie Hamantaschen und mein Februar


...oder auch: Willkommen zurück aus der Grippehölle

Da ist er hin, der Februar und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass er mir fehlen wird. Mein letzter Post ging am 5.2. online. Von den restlichen 23 Tagen des Februar waren 19 fiebrig, kurz: Mich hat eine richtig dicke Grippe erwischt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange mit Fieber auf der Nase gelegen habe und bin auch ganz froh darum, dass das so selten passiert. Erst seit dem letzten Wochenende bin ich wieder im Normaltemperaturbereich angekommen und konnte mich daran machen, meine wackeligen Knie und den wackeligen Rest von mir wieder in etwas Brauchbares zu verwandeln.

Und was macht die verrückte Tante, kaum, dass sie wieder stehen kann? Backen natürlich und da Purim ist, habe ich etwas besonderes für Dich im Gepäck, als kleine Pausenentschädigung sozusagen: glutenfreie Hamantaschen.
gluten free Hamentashn, filled with Poppy Seed Filling
Hammawie?

Nun, dafür muss ich kurz ausholen, wenn Du einfach nur gleich zum Rezept gehen magst, scroll einfach ein bisschen.

An Purim wird an die Rettung des jüdischen Volkes erinnert, wie sie im Buch Esther beschrieben ist. Ich mach es kurz: In der persischen Diaspora war Esther, eine Jüdin, mit dem König verheiratet (der nicht wusste, dass seine Frau jüdisch war, aber das führt jetzt hier zu weit). Haman, der höchste Beamte des Königs, wollte alle Juden töten lassen, wovon Esther von ihrem Onkel Mordechai erfuhr. Durch Beten und Fasten gelang es ihr, ihr Volk zu retten (ja, das ist stark abgekürzt, aber es geht ja auch um’s Rezept).
Seitdem wird jedes Jahr auf’s Neue Purim gefeiert, die Kinder (und auch viele Erwachsene) verkleiden sich, die Erwachsenen haben die religiöse Pflicht, so viel zu trinken, bis sie Freund und Feind nicht mehr unterscheiden können (nein, kein Witz!) und es gibt reichlich gutes Essen.
Unter anderem auch die erwähnten Hamantaschen, die an den Bösewicht Haman erinnern, der nun nicht mehr gefürchtet werden muss, sondern – symbolisch -  genüsslich verspeist werden kann.
Hamentashn with traditional Poppy Seed and Honey Filling, gluten free
Hamantaschen sind, kurz gesagt, zu Dreiecken geformte gefüllte Kekse, die köstlich schmecken. Ganz traditionell werden sie mit einer Butter aus getrockneten Pflaumen gefüllt, oder aber mit Mohn, heute sind eher fruchtige Füllungen auf Basis von Marmelade oder aber Schokolade beliebter.
Ich konnte jedoch nicht widerstehen und habe mich für eine eher klassische Mohnfülle entschieden, vor allem deshalb, weil ich Mohn in Gebäck liebe.
delicious Hamentashn with Poppy Seed and Honey Filling, a gluten free treat for Purim
Der Teig für die Hamantaschen lässt sich sehr gut gekühlt sehr gut verarbeiten, halt Dich daher bitte unbedingt an die angegebenen Kühlzeiten.
Belohnt wirst Du dann mit knusprigen Keksen, deren Teig im Mund dahinschmilzt und einer luftigen Mohnfüllung.
So, so gut!
gluten free Hamentashn with fluffy Poppy seed Filling, delicious and easy to bake
Hamantaschen (glutenfrei)

Du brauchst für 35-40 Kekse

Teig
145g Butter, sehr weich
100g Zucker
1 Ei, Gr. L
3 EL Milch
¼ TL Vanille, gemahlen
50g Mandelmehl
200g glutenfreie Mehlmischung (ich hatte Farine von Schär)
8,5g Backpulver

Füllung
250g Mohn, am besten frisch gemahlen
300ml Milch (lactosefrei, wenn nötig)
90g Zucker
30g Honig (ich hatte Akazienhonig)
1 EL Zitronensaft

außerdem
Puderzucker
Reis- oder Buchweizenmehl zum Ausrollen

Für den Teig werden Butter, Zucker, Ei und Vanille mit dem Mixer sehr schaumig gerührt, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat und sich eine helle Creme bildet. Das dauert etwa 3 Minuten.
Die Mehle und das Backpulver werden sorgfältig vermischt und dann mit dem Mixer in den Teig eingearbeitet.
Es bildet sich ein klebriger, eher zäher Teig, das ist vollkommen in Ordnung so.

Nun kommt es darauf an, wie viel Zeit Du hast:

a) Du füllst den Teig in eine gut verschließbare (Plastik)Schüssel und stellst das Ganze für knapp 2 Stunden ins Gefrierfach. Die Schüssel ist wichtig, denn der Teig soll nicht gefrieren, sondern nur schnell sehr kalt werden.

b) Du deckst die Rührschüssel ab und stellst das Ganze für mindestens 4 Stunden, gern auch über Nacht, in den Kühlschrank.

So oder so, am Ende solltest Du einen festen, gut gekühlten Teig haben.
Bevor wir aber mit dem weitermachen, kümmern wir uns um die Mohnfülle.

Dazu werden einfach alle Zutaten bis auf den Zitronensaft in einem kleinen Topf verrührt und ein Mal aufgekocht. Von der Herdplatte nehmen, mit dem Zitronensaft abschmecken und auskühlen lassen.

Es geht in den Endspurt.
Nimm etwa ¼ des Teiges und stell des Rest zurück in den Kühlschrank. Der entnommene Teig wird auf einer leicht bemehlten Fläche (nimm Reis- oder Buchweizenmehl) etwa 2-3mm dünn ausgerollt und dann in Kreise von ca. 5cm Durchmesser ausgestochen.
Auf jeden Kreis kommt ein gehäufter TL der Mohnfülle und dann wird der Kreis zu Dreiecken geformt.
Wie genau das geschieht, da gibt es 1001 Möglichkeit, ich schlage einfach die Seiten hoch und drücke drei Ecken in den Teig.

Auf diese Weise verarbeitest Du den gesamten Teig, die Menge reicht für 2 Backbleche. Im auf 190°C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen brauchen Deine Hamantaschen nun etwa 15 Minuten, bis sie gar und goldig sind.

Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und wenn Du magst mit Puderzucker bestreuen – fertig bist Du.
delicious Hamentashn with traditional Honey and Poppy Seed Filling, gluten free
Der Teig ist, gut gekühlt, herrlich unkompliziert zu verarbeiten, er lässt sich ohne Probleme ausrollen und ausstechen, wird er aber zu warm, fängt er an, höllisch zu kleben. Verwende ihn daher wirklich immer nur in kleinen Portionen, das erleichtert Dir das Leben ungemein.

Wenn Du so verrückst bist wie ich, mahlst Du den Mohn frisch mit einer Mohnmühle. Das hat den Vorteil, dass Du eine Hamantasche locker abtrainiert hast, noch bevor die guten Stücke im Ofen landen.
Alternativ kaufst Du Dir gemahlenen Mohn. In Deutschland ist fast nur Blaumohn erhältlich, hast Du aber das Glück, Graumohn zu entdecken, nimm den. Er schmeckt viel milder und passt hervorragend zu süßem Gebäck. In Österreich gibt es ihn in so ziemlich jedem gut sortierten Supermarkt und ich decke mich dort regelmäßig ein.
gluten free Hamentashn with delicious Poppy Seed and Honey Filling
Du kannst Dir Mohn in vielen Reformhäusern oder Bioläden frisch mahlen lassen, frag einfach mal nach. Alternativ tut es Dampfmohn aus dem Supermarkt.
Verwende bitte auf GAR keinen Fall die fertigen Mohnfüllungen, die schmecken leider fies und Du hast gesehen, eine Fülle ist in Nullkommanix hergestellt.
delicpus Hamentashn with Poppy Seed Filling, a gluten free treat for Purim
Und wenn Du nun keinen Mohn magst? Nun, Du kannst entweder trinken, bis Du mit Mohn nicht mehr von ohne Mohn unterscheiden kannst ;-), oder aber Du änderst einfach die Füllung. Himbeermarmelade oder auch Pflaumenmus passen super zu den Hammantaschen und wie wäre es mit Schokocreme als Füllung?
Mach wie immer daraus, was Dir gefällt!

Jetzt freue ich mich auf einen gesunden März und auf all das, was ich mit Dir teilen mag!

Bist Du dabei?

Liebst,
Sabine

Montag, 5. Februar 2018

Goodbye & Hello – Januar & Februar

Wie schon am Freitag angekündigt kommt nun, besser spät, als nie, mein kurzer Rückblick auf einen doch durchwachsenen Januar.
Der hatte im Leben 1.0 viele Fatigue-Phasen dabei, die meinen Alltag unfassbar lang- und mühsam gemacht haben. Das darf nun sehr gerne vorbei sein, denn ich habe so viele Ideen und Pläne und mag die auch in die Tat umsetzen können.

Hier auf dem Blog war es, auch durch meine um die erste Januarwoche verlängerte Weihnachtspause, etwas stiller, immerhin, drei wunderbare Rezepte konnte ich mit Dir teilen, meinen Alltag und die Freitagsfunde.

Aber der Reihe nach...

Zum jahresauftaktlichen Pläneschmieden gab es HIER himmlische Haferkekse, die dank der verwendeten Mandarinen den ganzen Winter über hervorragend schmecken.
gluten free Clemetine-Oat-Cookies
Claras neue Aktion #alleliebenpasta lief im Januar auch an, ich habe HIER zur Edition mit Gemüse eine leckere Variante mit Rosenkohl und cremiger Fetasauce geteilt. Das könnte ich auch mal wieder kochen...
creamy Pasta with roasted Brussel Sprouts and Feta with a gluten free option
Last but not least habe ich HIER mein alljährliches Wohin-nur-mit-den-Weihnachtsresten-Problem gelöst und aus altbackenem Panettone köstlich-kleine süße Semmelknödel gemacht. Eine Vanillesauce gab es noch dazu und wenn Du jetzt Lust auf das Rezept, aber keinen Panettone hast, dann lass Dir gesagt sein, dass das auch klasse mit Stuten oder Brioche funktioniert.
Homemade Panettone-Dumplings with Vanilla Sauce, the perfect idea for those last leftovers from the Holidays
Am 12. habe ich Dich HIER mit durch meinen Alltag genommen
und freitags sind wir gemeinsam durchs WWW gehüpft und zwar
DIY Calendar with watercolor moon
HIER und
White Tulip, Macro
Und dann gab es da noch etwas ganz Neues, die #Ideenfunken. Das ist ein Format, das ich neu eingeführt habe und in dem ich an jedem 3. Sonntag im Monat mit Dir teile, was mich inspiriert und meine Ideen zünden lässt. In diesem Monat ging es  HIER um die Macht der Musik, im Februar...wer weiß? Es geht in eine ganz andere Richtung, Du darfst gespannt sein. 
DIY calligraphy with watercolor wreath, nurture
Und sonst so?

Im Leben 1.0 habe ich viel kalligraphiert und einen kleinen ‚Auftrag’ für den Lieblingsmenschen fertiggestellt, der beim Empfänger sehr gut angekommen ist. Es ist so schön, anderen Menschen mit meiner Leidenschaft eine Freude zu machen, da finde ich gar keine Worte für! Ich habe wahnsinnig viele Ideen für meinen Kalligraphie-Instagram-Kanal, der momentan im Dornröschenschlaf liegt – kennst Du das, Du hast ZU viele Ideen und weil Du Dich nicht sortierst, passiert gar nichts, anstatt richtig viel? Das möchte ich im Februar endlich ändern und daran habe ich in den letzten Tagen auch schon fleißig gearbeitet.
Explore, modern calligraphy
Hier auf LiebesSeelig warten köstliche Rezepte auf Dich, ich möchte Dir im Februar von einer alten, wiederentdeckten Liebe erzählen, werde einen weiteren #Ideenfunken mit Dir teilen, freitags sind wir sowieso fest verabredet und ich bin gespannt, ob ich es endlich auch einmal im laufenden Jahr schaffe, eine meiner vielen DIY-Ideen zu posten, anstatt sie alle zwei Jahre im Dezember zu zeigen.

Daneben warten im Februar eine kleine Reise und ein Bloggerevent auf mich, das Wiedersehen mit liebsten Menschen und ein wichtiger Geburtstag, ich hoffe schwer, den lieblingsmenschlichen Grippeviren zu entgehen und freue mich, Ideen und Pläne umzusetzen. Du bist herzlich eingeladen, mich dabei virtuell zu begleiten!

Liebst,
Sabine

Freitag, 2. Februar 2018

Freitagsfunde {188}

Liebe Woche, eigentlich hatte ich andere Pläne. 
Ich wollte ein leckeres Rezept mit Mangold und Kichererbsen teilen, hatte den Rückblick auf den Januar in Gedanken auch schon fertig geschrieben – und dann, dann kamst Du. Einfach so und ich muss sagen, Du warst anstrengend. Gar nicht im Besonderen, aber Deine sieben Tage (und vor allem die Fatigue, die sie im Gepäck hatten) haben mich geschafft.
Auf ein Neues also im Februar, der sehr gerne etwas netter werden darf.

So ganz sang- und klang- und vor allem postlos konnte ich aber doch nicht bleiben und so kommen nun zumindest die Freitagsfunde, meine allwöchentliche Sammlung an kleinen und großen Funden aus dem WWW, zu schön, um ungeteilt zu bleiben.
Red Tulips to welcome spring
In dieser Woche wurde der Befreiung von Auschwitz gedacht, ein Tag der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland. Einen großartigen Blogpost dazu habe ich HIER gefunden, denn erinnern ist so, so wichtig, gerade heute, denn in unserer Gesellschaft (und weltweit!) geht das muntere Spiel von Nationalismus und Patriotismus, gepaart mit Ausgrenzung, wild weiter.

Einen Beitrag zu einem ganz anderen Umgang mit ‚Anderen’, Flüchtlingen nämlich, hat Julius HIER geteilt, er stellt uns ein Modelabel vor, das Integration ganz praktisch lebt. So etwas macht mir Mut.

Gerettet, was zu retten ist, wird bei Heike HIER, die ein himmlisches Romanesco-Süppchen mit Kichererbsen zaubert und dazu noch eine ganze Liste großartiger Foodblogs verlinkt, die alle dem Kohl zu neuen Ehren verhelfen wollen. Lecker!

Einen wirklich lesenswerten Artikel habe ich HIER gefunden, der erschreckend und einfühlsam zeigt, wie giftig Körperideale sein können. Wenn Du Englisch verstehst, unbedingt lesen.

Und noch einen Post, den Du unbedingt lesen musst, habe ich diese Woche verschlungen, Fee schreibt, wieso wir alle wieder lernen müssen, ergebnisoffen zu reisen. Was sie damit meint und wieso es so wichtig ist, liest Du, wenn Du HIER klickst.

Und das war es auch schon wieder für diese Woche. War ein Link dabei, der Dir besonders gut gefallen hat? Das würde mich total freuen!

Ich geh dann mal meine Lebensgeister suchen...

Mach es Dir schön!

Liebst,
Sabine

Freitag, 26. Januar 2018

Freitagsfunde {187}

Hattest Du eine schöne Woche? So eine mit ersten Sonnenstrahlen auf der Nasenspitze und frühlingshaften Temperaturen? Ich hoffe es und noch viel mehr, dass Du das auch genießen konntest.
Bevor es nun mit Volldampf ins Wochenende geht habe ich noch meine kleine Linksammlung für Dich, die Freitagsfunde.  Ich freue mich, wenn etwas für Dich dabei ist. 
Einen äußerst lesenswerten Artikel habe ich diese Woche HIER bei Melina gefunden, die über wertvolle Inhalte und Social Media nachdenkt. Absolute Empfehlung!

SO eine schöne Geschichte! Ich bin ja nicht so der rührselige Typ (also...innerlich schon), aber das hat mich gepackt. Worum’s geht? Bitte HIER entlang.

Eine schöne Idee, mehr Farbe ins Haus zu bringen habe ich HIER gefunden. Ich muss ja zugeben, dass ich etwas verknallt in die kleinen gefilzten Punkte bin, die das Kissen zieren.

Letzte Woche habe ich Dich auf das Projekt Feel good von Lou HIER aufmerksam gemacht. In dieser Woche setzt sie noch einen drauf (und schafft es damit prompt wieder in die Freitagsfunde), HIER kannst Du Dir ihr Buch der schönen Dinge herunterladen, zwei Poster gibt es obendrauf. So toll, vielen lieben Dank!

Sechs Märchen für die moderne Frau – herrlich und HIER nachzulesen.

Und das war es auch schon wieder für diese Woche.

Am Wochenende freue ich mich auf geteilte Freude (es könnte sein, dass es dazu am Sonntag einen Blogpost gibt), auf viel Zeit mit dem Lieblingsmenschen, auf einen geplanten Besuch im Museum und hoffentlich auf  etwas  deutlich mehr Kraft. Die hat es diese Woche nämlich nicht so gut mit mir gemeint.

Mach es Dir schön!

Liebst,
Sabine