Montag, 18. März 2013

Schwäne und Einsichten


Bis jetzt habe ich mich damit zurückgehalten, Dir von Veranstaltungen, Konzerten und Ausstellungen, die ich besucht habe, zu erzählen. 
Weil das Meiste davon sowieso nur in München stattfindet, bereits stattgefunden hat und eine einmalige Geschichte war und auch, weil mein Geschmack ja gar nicht Deinen treffen muss.

Heute mache ich eine Ausnahme und das auch nur, weil ich
a) so absolut begeistert war und
b) das Grundthema des Abends (dazu gleich mehr) sich eben auch prima wieder auf etliche Lebensbereiche übertragen lässt, was ich sehr schön finde.

Am Freitag habe ich es nach einer ungeplanten Bahnfahrt (danke, liebe Streikenden am Düsseldorfer Flughafen), die ungeplant verspätet (danke, liebe Stellwerksstörung in Bochum) und eher nervig war (danke, liebe älteren Mitreisenden!), so gerade noch nach München geschafft, um pünktlich um 20Uhr, frisch umgezogen, bester Laune und in liebster Gesellschaft im Prinzregententheater zu sitzen und
Swan Lake Reloaded
zu genießen.

Die Grundidee ist schnell erzählt, Streetdance trifft klassisches Ballett, HipHop und Elektro treffen Tschaikowsky. Die Geschichte vom Schwanensee wird sehr (!) modern interpretiert und dargestellt, das Ganze in atemberaubenden 90 Minuten.
Die schwedische Produktion ist momentan auf Tournee durch Deutschland und Österreich und ich kann Dir nur empfehlen, sie Dir anzusehen, wenn Du Tanz auch nur ein kleines bisschen magst.

Soviel dazu Punkt a.
Und b?

Naja...ich habe gestern beim Rückflug aus München noch einmal über das Stück nachgedacht und mir fiel ein, dass sich die Grundidee, mithilfe von Altbekanntem neue Wege zu gehen, ganz gut übertragen lässt. Auf mein Leben – und vielleicht ja auch auf Deins?

Wie oft nehmen wir einfach die ausgelatschten Wege, die bequem und sicher und vertraut sind, um durchs Leben zu gehen, anstatt mutig Neues zu erkunden? Wie oft wählen wir die Sicherheitsvariante, anstatt über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen?

Eben.

Viel zu häufig.

Weil es bequemer ist, vertrauter, scheinbar sicherer, risikoärmer.

Dabei gehen wir mit den vertrauten Wegen doch das allergrößte Risiko ein: das, einen wichtigen, spannenden, bunten Teil unseres Lebens einfach zu verpassen.
Aus ganz grundsätzlicher Angst, aus Furcht vor Risiken, weil wir nicht scheitern und stolpern und straucheln wollen.
Wie verständlich.
Wie menschlich.
Wie überflüssig.

Liebes, Du kennst Dich.
Wenn DU es nicht schaffst, wer denn dann?
Wenn DU nicht toll bist, wer dann??
Also....Think outside your box!

Mir gefiel der Ansatz des Stückes, ganz neue Wege zu gehen, auch aus scheinbar Grundvertrautem etwas vollkommen Unbekanntes zu machen – und das nicht entgegen dem Vertrauten, sondern mit seiner HILFE.
So war ein guter Teil der verwendeten Musik tatsächlich Tschaikowskys Original „Schwanensee“. Die Tänzer haben dazu nur eben kein Ballett getanzt, sondern Streetdance.
Das war ungewohnt.
Und neu.
Und spannend.
Und wunderschön.

Wer sagt denn, dass wir, um Neues zu entdecken und zu erobern, alles Alte, Vertraute, Liebgewonnene hinter uns lassen müssen? Freunde, Wegbegleiter, aber auch Angewohnheiten und überhaupt alles, mit dem wir uns wohl fühlen, kann doch auf alle neuen Wege mitgenommen werden.
Vielleicht ändert sich unsere Sicht darauf.
Vielleicht ändert sich unsere Haltung dazu.
Vielleicht entdecken wir auch an vielem Vertrauten in unserem Leben ganz neue Facetten, Farben, Möglichkeiten.
Auf jeden Fall werden nicht nur wir selbst, sondern auch unsere liebe Umgebung viele neue Facetten an uns entdecken können.
Klingt das nicht spannend :-)?!

Wir müssen uns nur trauen.

Das Tolle daran?

Wir können nur gewinnen.

Neue Einsichten, Ideen, neue Impulse und Inspirationen, wenn es richtig gut läuft, auch neue Wegbegleiter. Und vielleicht ein neues Ich. Eines, das gut zu uns passt und in dem wir uns wohl fühlen. Keins, dass gar nicht mehr wir sind. Aber vielleicht eins, das uns ergänzt, dass neue Blicke auch auf uns zulässt, dass uns zu unserer ganz eigenen Reloaded-Version macht.

Ich bin gespannt ;-).

Liebst,
Sabine(-Reloaded...oder auf dem Weg dahin)

Donnerstag, 14. März 2013

Ein Wort zum Hefeteig und Hot Cross Buns

Heute ging es fröhlich weiter mit den Ideen zu Ostern, heute mit einem klassischen Ostergebäck aus dem angelsächsischen Raum: Hot Cross Buns. Fazit: Die sind interessant und äußerst lecker und das ganz sicher nicht nur zu Ostern ;-)!


Da auch diese kleinen Freunde aus Hefeteig gemacht werden, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und Dir wie versprochen ein kurzes Tutorial zum Hefeteig gemacht.
Wenn Du so gar keine Probleme mit Hefeteig hast, dann scroll einfach nach unten und freu Dich an meinem Rezept für die Cross Buns.
Wenn Du dagegen bis jetzt immer mit einem leise furchtsamen „Was da alles schief gehen kann!“ einen Bogen um Hefeteig gemacht hast, dann ist jetzt die Zeit des Zögerns vorbei.

Fangen wir beide an mit


Hefeteig

Ein paar Wörtchen vorweg:
1.     Ich nutze nur sehr selten Frischhefe, meist muss die Trockenhefe ran. Das hat den Vorteil, dass ich nicht auf Haltbarkeitsdaten achten muss und – ganz kleine Küchendiva ;-) – Hefeteige machen kann, wann immer es mir gefällt und/oder der Futterneid mich überkommt.
2.    Ich weiß, dass in jedem Rezept eine andere Reihenfolge steht, in der man die Zutaten zusammenmixen soll. Mal wird geschmolzene Butter mit Wasser/Milch gemischt, mal kommt die Butter erst später zum Mehl und wann wo die Eier hingehören...da wirst Du etliche Varianten finden.
Ich bereite Hefeteige immer in der gleichen Reihenfolge zu. Und es klappt jedes Mal. Ich finde, das gibt mir Recht ;-).
3.      Du kannst süße Hefeteige problemlos zuckerfrei zubereiten, sie gelingen mit Agavensüße/Honig/... genau so gut.
4.      ALLE Hefeteige lassen sich sehr leicht in einer veganen Variante herstellen, Milch kann durch Wasser ersetzt werden, Eier braucht der Hefeteig auch nicht zwingend.
5.      Ich verwende zum Kneten des Teiges immer eine Küchenmaschine. Das kannst Du natürlich auch von Hand machen, an dem Tag brauchst Du dann definitiv nicht mehr ins Fitnessstudio gehen ;-). 

So, fangen wir an...Ich beschreibe Dir hier eine Variante für süßen Hefeteig, d.h. mit Milch und Ei. Herzhafte Teige werden in aller Regel mit Wasser zubereitet und verzichten auf das Ei.

Here we go...

Schritt 1
Du wärmst die Milch leicht an. Dazu stelle ich sie in einem Glaskännchen ca. 30 Sekunden in die Mikrowelle.
WICHTIG: Die Milch sollte nur lauwarm sein! Wie Du herausfindest, ob sie zu heiß ist? Gib einen Tropfen der Milch auf Deine Lippen. Fühlt er sich kühl an oder genau so warm wie Deine Lippen sind, dann ist die Milch gut. Fühlt sich der Tropfen warm an, lass die Milch erst etwas abkühlen.

In die Milch rührst Du die Trockenhefe und die Süße (Zucker, Honig, was-auch-immer) ein (1), stellst das Ganze an einen warmen Ort und vergisst es für etwa 10 Minuten. Danach sollte sich auf der Milch ein Schaum gebildet haben (2). Der zeigt Dir, dass die Hefe noch lebt und ihren Job macht ;-).


Schritt 2
Du gibst alle übrigen Zutaten, die in den Teig gehören, in eine große Schüssel (3)



Das schaumige Milch-Hefe-Zucker-Gemisch kommt zuletzt hinein und das Ganze wird dann geknetet, 10 Minuten in der Küchenmaschine.
Der Teig wird erst etwas bröselig aussehen (4), nach spätestens 5 Minuten sollte er aber anfangen, sich zu einem geschmeidigen Teigkloß zusammenzufügen (5). Passiert das nicht, solltest Du nachfühlen und bei Bedarf etwas Flüssigkeit zugeben (oft bei Vollkornmehl der Fall).
Das Kneten über 10 Minuten ist wichtig, auch wenn der Teig schon vorher gut aussieht und nicht klebt. Das Mehl muss die Chance bekommen, Klebereiweiße auszubilden und das dauert eben ein bisschen. Nimm Dir die Zeit.


Schritt 3
Nach 10 Minuten solltest Du einen geschmeidigen Teig hergestellt haben, der nicht klebt (6).

Hast Du?
YAY! Du machst das toll :-)!

Jetzt wird die Schüssel in einen großen Plastikbeutel gegeben (7).

Ja, Du hast richtig gelesen. Hefe mag es warm und feucht, dann geht sie super auf und Plastik schafft genau dieses Milieu. Ich verwende einfach einen fabrikfrischen Müllbeutel, stelle die Schüssel hinein und schlage den Beutel ein. Fertig.

Der Teig sollte jetzt an einem warmen Ort gehen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (8), das dauert etwa eine Stunde.


Schritt 4
Der Teig wird nun aus der Schüssel geholt (9), noch einmal durchgeknetet und in die gewünschte Form gebracht (10).

Schritt 5
In aller Regel muss er jetzt noch einmal gehen, etwa 10-30 Minuten. (Bei Pizza entfällt dieser Schritt, die soll ja flach sein und nicht allzu fluffig)
Dazu wird der geformte Teig auf das Backblech gelegt, das wieder in die Plastiktüte kommt (11&12).


Schritt 6
Der aufgegangene Teig (13) wird nun wie im Rezept angegeben gebacken.
Tipp: Hefeteige sollten IMMER bei Ober-/Unterhitze gebacken werden, Umluft trocknet zu sehr aus.
Du erkennst, ob Hefeteig fertig gebacken ist, daran, dass die fertigen Gebäckstücke hohl klingen, wenn Du mit dem Knöchel leicht gegen die Unterseite klopfst. Sollte der Teig also fertig gebacken aussehen, die Eieruhr aber noch laufen, kannst Du damit herausfinden, ob der Teig schon gar ist ;-).

Schritt 7
(14) Arme hochreißen und freuen, denn...DU HAST ES GESCHAFFT :-)!


(Ich hoffentlich auch bald, die Airberlin-Warteschleife macht keinen Spass mehr, genau wie der Streik morgen...GRRRR...das nur am Rande ;-).)

Und hier noch schnell das Rezept zu den Bildern:


Hot Cross Buns

Für 8 Stück brauchst Du:

150ml Milch
1 Päckchen Trockenhefe
4 TL Agavensüße
2 Cups = 280g Mehl (halb Dinkel 630, halb Emmer Vollkorn, grundsätzlich ganz wie Du magst)
½ TL Zimt
¼ TL Ingwerpulver
¼ TL Muskatnuss, frisch gerieben
2 Kardamomkapseln, frisch zerstoßen
Prise Salz
¾ Cup Rosinen (bei mir halb & halb Rosinen & getrocknete Johannisbeeren, leider nicht nachgewogen...)
20g Butter, geschmolzen
1 Ei


2 TL Mehl
Wasser

Aus den Zutaten Milch bis Ei stellst Du wie oben beschrieben einen Hefeteig her und zwar ohne Besonderheiten bis kurz vor dem Backen.

Die 2 TL Mehl vermischt Du in einer kleinen Schüssel mit so viel Wasser, dass eine nicht zu flüssige Paste entsteht. Mit der werden direkt vor dem Backen auf die Teiglinge Kreuze gemalt. Diese bleiben auch nach dem Backen weiß.
(Ganz ehrlich? Das sieht zu Ostern hübsch aus, hat aber geschmacklich GAR keine Wirkung, Du kannst Dir den Arbeitsschritt also sparen...oder etwas anderes mehlmalen ;-) )


Bei vorgeheizten 190°C Ober-/Unterhitze werden die Cross Buns 20-25 Minuten gebacken, bis sie goldbraun und duftig sind. Meine Cross Buns waren dank schnellem Ofen schon nach 18 Minuten fertig, hab einfach ein Auge drauf ;-).

Am Besten noch warm mit Butter genießen :-)!




Puh...ein langer Post, ich hoffe, ich hab Dich nicht ins Langeweilenirvana getippt ;-).


Was backst Du zu Ostern?

Liebst,
Sabine

Mittwoch, 13. März 2013

Glück in der Schüssel


Inspiriert von diesem REZEPT der Landfrau und als erste Hilfe gegen Schnee und Eis und eine dicke Erkältung gab es gestern Abend bei mir ein wärmendes Linsensüppchen.

Der Vorteil?

Du verbringst keine halbe Stunde in der Küche und am Ende hast Du eine dampfende Schüssel voller Glück.

Klingt gut?
Schmeckt auch gut!

Und so geht’s:

Indische Linsensuppe



200g rote Linsen
500-600ml Brühe
Ingwer, ca 2cm großes Stück
1 Zwiebel
1 TL Butterschmalz
1 ½ TL Kreuzkümmel
1 ½ TL Curcuma
¼ TL Chilipulver
¼ TL Zimt
etwas frisch geriebene Muskatnuss
½ - 1 TL gemahlener Koriander
½ Chilischote
2 TL braune Senfsamen
2 EL Joghurt

Die Linsen werden so lange in einem Sieb abgebraust, bis das Wasser, das unten wieder herausläuft, klar ist, das dauert einen Moment.

Dann werden die Linsen mit kalter Gemüsebrühe angesetzt (ich habe erst einmal 500ml verwendet, musste aber noch etwas Brühe zufügen, die Suppe wäre mir sonst zu dickflüssig geworden), der geschälte Ingwer gerieben und zugegeben. Das Ganze sollte nun in etwa 15 Minuten gar köcheln.

In der Zwischenzeit schneidest Du die Zwiebel in feine Würfel. Die werden dann in einer kleinen Pfanne im Butterschmalz angebraten (Du kannst alternativ auch Kokosöl, Butter,... verwenden), bis sie glasig werden. Die Gewürze werden zugegeben und sollten ein paar Minuten bei mittlerer Hitze mitbraten.

Wenn alles schön duftet und bevor es braun wird (!), kommt die Zwiebel-Gewürz-Mischung zu den Linsen und köchelt dort mit, bis diese gar sind.

Dann pürierst Du die Linsen mit dem Joghurt kurz durch, ich persönlich habe das nur kurz gemacht, so dass einige Linsen ‚überlebt’ haben ;-). Zum Schluss wird das Ganze noch einmal abgeschmeckt und bei Bedarf gesalzen.


Das war es auch schon!
So schnell und lecker kann ein Süppchen sein.
Als kleines knusperiges Topping habe ich noch ein paar Hanfsamen darüber gestreut (Keine Sorge, alles gut...die kann man ganz legal im Bioladen kaufen und die benebelnde Wirkung ist gleich Null ;-)!). Du kannst aber alles nehmen, was Dir in den Sinn kommt, da eignet sich jede Nuss oder Saat.

Ich selbst mag es gern würzig. Wenn Du Deine Gerichte lieber ein bisschen milder gewürzt magst, dann fang erst einmal mit der Hälfte der angegebenen Gewürzmengen an, mehr hineinwerfen kannst Du immer noch ;-). Wenn Du eins der angegebenen Gewürze nicht daheim hast/bekommst, lass es einfach weg oder experimentier fröhlich, wodurch man es ersetzen könnte.
Die Chilimenge ist dagegen sanft bemessen, ich wollte meinem entzündeten, offenen Hals nicht allzu viel zumuten, da kannst Du also gern mutiger sein, wenn Du es scharf magst ;-).


Hach...ich bekomm schon wieder Hunger...

Und welches Glück isst Du?

Liebst, 
Sabine