Donnerstag, 4. April 2013

Neulich beim Zähneputzen...


...bin ich wieder über etwas gestolpert. Also, nicht beim hektischen Auf-und Abgehen, sondern beim Lesen.
Richtig, wir hatten das erst HIER – vielleicht mach ich einfach eine neue Kategorie auf, Zahnputzfunde, was meinst Du ;-)?

Nun, dieses Mal war der Fundort ein Städtemagazin für die Region hier.
In diesem Magazinchen finden sich Konzertankündigungen, ein ganz brauchbarer Veranstaltungskalender, Berichte über Ausstellungen, neue Cafés und Restaurants – und ein Anzeigenteil, in dem vom Mann und der Frau über Probenräume und Yogareisen so ziemlich alles annonciert wird.
Meist liest sich das ganz amüsant, als ich aber vor ein paar Tagen die erste Seite mit den Anzeigen aufschlug, ist mir fast die Zahnpasta im Halse stecken geblieben, bzw. in den Hals gerutscht...ach, Du weißt, was ich meine.

Selbstbewusst durchs Leben:“ stand da, „Coaching für schüchterne und introvertierte Menschen...“

Ich weiß ja, dass es viel zu viele Coaches für alles Mögliche gibt, die auch von etwas leben müssen, aber...BITTE?!

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie findig manche Leute werden, wenn es darum geht, uns einzureden, wir wären so, wie wir sind, nicht wunderbar und perfekt, ja nicht mal OK oder ausreichend.  

Kurzum – wir hätten ein Problem.

Probleme sind keine Charaktereigenschaften, die uns ganz individuell auszeichnen, nein, Probleme können und müssen angegangen werden und wer kann das schon allein und ohne die professionelle Hilfe von einem Coach?!
Eben.

Liebes, Du und ich, wir beide wissen, was für ein ausgemachter und vollkommener Blödsinn das ist!
Wir beide wissen, dass Menschen nicht genormt und gleichförmig sind und sein sollen, wir wissen, wie wunderschön Vielfalt und verschiedene Charaktere sind.

Der inserierende Coach weiß das ganz offenbar nicht.

Und für ihn und alle anderen, die es noch nicht wissen, kommt hier das ganz spezielle LiebesSeelig-Coaching, völlig kostenlos, jederzeit wieder nachzulesen und aufzufrischen:

Zunächst einmal – introvertiert und schüchtern sind zwei völlig verschiedene Attribute, die nicht durcheinandergeworfen werden sollten.

Schüchterne Menschen können ihre Schüchternheit durchaus als etwas hinderlich empfinden und sich vielleicht wünschen, manchmal mutiger zu sein – das hat aber nicht zwingend etwas mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun.
Wer immer Dir etwas anderes einreden will, meint es nicht gut mit Dir, sondern will Dich klein halten.
Lass das nicht zu.

Introvertierte Menschen sind schlicht und einfach nicht extrovertiert, sie gehen nicht gleich mit offenen Armen auf fremde Menschen und Situationen zu, sie fühlen sich in vertrautem Umfeld wohler – und wer tut das schließlich nicht?!
Introvertierte sind vielleicht etwas stiller und auf den ersten Blick weniger auffällig – aber sind sie deshalb auch weniger selbstbewusst?!

Hat Angela Merkel wohl ein Problem mit ihrem Selbstbewusstsein? Ich kann es mir kaum vorstellen.

Dass ein Mensch vielleicht lieber zuhört als redet, sich erst eine Meinung bildet und dann etwas Fundiertes sagt, ist DAS wirklich ein Problem?
Muss das therapiert und mithin gecoacht werden?

Ich wiederhole mich gern:
Wer immer Dir das einreden will, meint es nicht gut mit Dir und will Dich klein halten.
Lass es nicht zu.

Wir alle sind ganz verschieden, wieso sollte das beim persönlichen Temperament aufhören?
Das ist unsinnig.

Und selbst das persönliche Temperament kann doch je nach Situation schwanken – wer von uns war denn noch nie unsicher oder nervös? Wer war noch nie still und nachdenklich und eher Zuschauer als Entertainer?

Wir ALLE haben introvertierte Seiten und Bereiche, in denen wir extrovertiert sind, Du und ich und die nette Bäckereifachverkäuferin auch.

Wieso also sollten wir eine Seite von uns nicht ausleben dürfen?

Wieso sind wir ein Fall für den Selbstbewusstseins-Coach?

Der hat nämlich fürchte ich etwas ganz Entscheidendes durcheinander gebracht:
Selbstbewusstsein und selbstbewusstes Auftreten.

Dass ich introvertiert bin, heißt nicht, dass ich kein Selbstbewusstsein habe, ganz im Gegenteil sind es doch oft die Leute, die laut auftreten, die sich tief im Inneren ganz unsicher fühlen.
Das Auftreten ist nur ein Eindruck, den wir gewinnen, zugegeben ein wichtiger, aber nichts, das in Stein gemeißelt wäre.
Und warum sollen wir alle das gleiche „Hallo, hier komm ich“-Auftreten haben?
Wie anstrengend!

Also, stell Dich vor den Spiegel.
Sieh Dir fest in die Augen und sag Dir selbst, wie wunderbar Du bist, genau so, wie Du bist, eben weil Du so bist, wie Du bist.
DU bist einzigartig.
Es gibt Dich nur ein Mal, keine Kopie kann an Dich heran kommen.
Niemand auf der ganzen Welt ist so wie Du, niemand hat genau DEINE Fähigkeiten, DEIN Wesen.
Du bist schön.
Du bist mutig.
Du strahlst das und damit jede Menge Selbstbewusstsein aus. Spätestens ab jetzt ;-).

Und dafür brauchst Du Dich nicht verbiegen, Du musst niemand anderes werden. Du musst nur erkennen, wie einzigartig Du bist.
Und wer dann DEIN Selbstbewusstsein nicht erkennen kann, Liebes, der braucht ein Coaching – ich wüsste da wen, der hat eh nichts zu tun ;-).

Liebst,
Sabine

Mittwoch, 3. April 2013

Herzchenkuchen – ein Bericht und zwei Rezepte


Kindergeburtstag, was für ein Spaß :-)!

Liebes, ich hoffe, Du hattest heute einen ebenso süßen Tag wie ich!

Wie versprochen lüfte ich noch schnell das Geheimnis um den Herzchenkuchen – TADAA:



Sieht der nicht toll aus? Ich muss zugeben, dass ich selbst ziemlich begeistert bin, wie gut das Ganze geworden ist, ich hatte da ja meine Zweifel ;-)...

Auf diese Art ‚eingebackenes Bild’ im Kuchen bin ich schon vor längerer Zeit auf Pinterest gestoßen und habe sofort gewusst – DAS back ich für meinen Neffen! Nun hat das Kind zwei Formen, die es liebt – Busse und Herzen.

Busse?!
Ja, Busse.
Wir können an keinem Bus vorbeigehen, sein liebstes Spielzeug ist der Schulbus, den der Weihnachtsmann gebracht hat.
Ich habe also zuallererst nach einem Keksausstecher in Busform gesucht. LANGE gesucht.
Vergeblich, es gibt keine Busse. Wenn das Kind Zahnarztbohrer toll fände, ja DAMIT könnte ich dienen...aber Busse gibt es nicht. (Oder ich war nicht in der Lage, sie zu finden, dann bin ich schlicht begeistert über Deinen Hinweis ;-).)

Aber da war ja noch was – Herzen mag er auch und so wurde es ein eingebackenes Herz.


Wie das geht?

TOTAL einfach. Echt.

Magst Du wissen, wie?

Na dann los:

Herzchenkuchen

125g Butter
125g Zucker
3 Eier, Größe M
200g Mehl
½ Päckchen Backpulver
4TL Kakaopulver
etwas Milch

Aus den Zutaten fertigst Du einen einfachen Rührteig an und backst ihn in einer möglichst großen, flachen Form (meine hatte die Maße 20x30cm) bei 175°C Ober-/Unterhitze in 15-20min gar.
Lass den Kuchen auskühlen.

Dann brauchst Du noch einen hellen Rührteig, der wird aus

125g Butter
125g Zucker
3 Eier, Größe M
200g Mehl
½ Päckchen Backpulver

gemacht.
(Wenn Du Dich jetzt fragst, wie man einen Rührteig macht:
Butter & Zucker schaumig rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat, dann einzeln die Eier unterrühren. Das Backpulver sorgfältig unter das Mehl mischen und das Gemisch esslöffelweise unter den Teig rühren. WICHTIG: Nicht zu lange rühren, der Kuchen kann sonst zäh werden. So einfach ist das :-).)

Eine kleine Kastenform sollte ausgefettet bereitstehen, ein Herzchenausstecher und der gebackene wie der rohe Teig.

Jetzt geht’s los:

Du verteilst eine dünne Schicht vom hellen Teig in der Form, das sollte maximal ¼ des Teiges sein.

Mit der Keksform stichst Du vorsichtig ‚Kuchenkekse’ aus und stellst sie behutsam hintereinander in die Form, so dass die dunklen Herzchen in einer Reihe stehen und von einem schmalen Ende der Form ans andere reichen.
Das ist ein bisschen kniffelig und je ordentlicher Du arbeitest, desto besser wird das Bild im Kuchen.

Wenn die Reihe steht, verteilst Du den restlichen hellen Teig um die Herzchen herum. Sei vorsichtig dabei, die Herzen sollten allen stehen bleiben.

Bei 175°C Ober-/Unterhitze wird Dein Kunstwerk nun in etwa 40min fertig gebacken (Stäbchenprobe).

Wenn der Kuchen ausgekühlt ist, kannst Du ihn noch mit Schokolade überziehen (der Teig ist nicht allzu süß), dann hält er sich deutlich länger.

Das war es – einfach, nicht?

Aus den Resten vom Schokokuchen habe ich dann die Cake-Pops zubereitet, die ich Dir schon heute früh gezeigt habe.
Das war überraschend zeitaufwändig, wenn auch nicht schwer.

Du brauchst:

Cake-Pops

Fertig gebackenen Kuchen (Rühr- oder Biskuitteig)
250g (fettreduzierten) Frischkäse
4 EL Puderzucker
1 Bio-Orange
weiße Kuvertüre (oder welche Du magst)
Kokosfett
Zucker- und Schokostreusel zum Verzieren (oder was Du hast & magst)

Frischkäse, Abrieb und Saft der Orange und der Puderzucker werden mit dem Mixer cremig aufgeschlagen.
Ich habe zunächst nur den Saft der halben Orange verwendet, damit die Masse nicht zu feucht wird. 

Der Teig wird möglichst klein zerbröselt und mit einer Gabel nach und nach unter den Frischkäse gemischt, bis eine feuchte, nicht allzu klebrige Masse entsteht.
Ich habe noch den Saft der zweiten Orangenhälfte gebraucht, bis ich mit der Konsistenz zufrieden war.

Mit den Händen habe ich möglichst gleichmäßig große Kugeln geformt, die ich dann erst einmal eine gute halbe Stunde ins Gefrierfach gestellt habe.

Die Kuvertüre wird zusammen mit dem Kokosfett geschmolzen, dabei sollten maximal 5% Kokosfett zugegeben werden. (Das Fett sorgt dafür, dass die Schokolade nicht ganz so hart wird, das Reinbeißen macht dann mehr Spaß ;-) )

In die kalten Kuchenkugeln steckst Du Stiele, ich habe das Ende, das in den Kuchen kam, vorher noch in die geschmolzene Schokolade getunkt, damit die Stiele besser halten.
Das Ganze kam wieder ins Gefrierfach und dann fing die große Schokolieraktion an.

In ein paar Gläser schüttest Du Sand, Dekosteinchen oder irgend etwas in der Art.

Die geschmolzene Schokolade habe ich in ein Glas geschüttet, damit ich die Cake-Pops ganz einfach eintauchen konnte.

In ein Schälchen kamen die bunten Zuckerstreusel, in ein zweites die Schokostreusel.

Dann habe ich die Cake-Pops einzeln (! Sie werden sonst zu warm) aus dem Frost geholt, in die Schokolade getaucht, die überflüssige Schokolade gut abtropfen lassen und dann durch die Streusel gezogen.
In die mit Sand gefüllten Gläser kannst Du dann die Cake-Pops stellen, sie fallen nicht um und können in aller Ruhe trocknen – und Du kannst fröhlich weitermachen, denn es wartet noch ein ganzer Berg Kuchenkugeln, die alle ein neues Schokokleid bekommen wollen.

Ich habe aus dem restlichen Schokokuchen übrigens noch 26 Cake-Pops gebastelt, die wie der Herzchenkuchen auch den Kindertest fulminant bestanden haben :-).

Wie süß hattest Du’s?

Liebst,
Sabine

Stures Basteln und erste Male


Heute hat mein entzückender Neffe Geburtstag und so habe ich gestern Abend ein paar Extrarunden durch die Küche gedreht und gebacken.
Wie der Herzchenkuchen geworden ist (und WAS das überhaupt ist ;-) ), kann ich Dir erst später erzählen, wenn er angeschnitten wurde und hoffentlich, hoffentlich *fingers crossed* so geworden ist, wie ich wollte. 
Ich werde berichten.

Jetzt aber möchte ich Dir schnell ein reichlich verspätetes Oster-DIY zeigen, das auch als Frühlingsdeko taugt und also nicht völlig überflüssig ist ;-) – und die Cake-Pops, die ich für die Kurzen nachher gebastelt habe.


Die Deko....ACH ja... Das ist eine längere Geschichte...

Stell Dir vor, Du siehst (schon vor längerer Zeit) eine wunderhübsche Idee für eine Frühlingsbastelei.

Du LIEBST die Idee sofort, denn sie ist einfach, schaut unglaublich gut aus und kann vielseitig eingesetzt werden.

Klingt doch toll, oder?

Dann stellst Du fest, dass Du für die Idee goldene Servietten brauchst. Und dass es im Frühjahr keine goldenen Servietten gibt, denn die werden offenbar nur in der Adventszeit verkauft – also etwa ab Ende August ;-).

Du notierst Dir auf der ellenlangen inneren To-Do-Liste, im Winter ein Paket goldene Servietten zu kaufen und verabschiedest das Projekt innerlich bis nächstes Jahr.

Am Gründonnerstag bist Du aus einem ganz anderen Grund (dazu später diese Woche mehr) im Lieblingsbastelbedarfsladen. Du hast bezahlt und auf dem Weg zu Tür siehst Du...ja? Was? Genau! Goldene Servietten! Du flitzt glücklich zur Kasse zurück und holst auf dem Weg dorthin noch schnell ein paar Luftballons, denn die brauchst Du auch.

Zuhause setzt Du Dich sofort (also im ersten freien Moment) an den Schreibtisch, reißt goldene Servietten in schmale Streifen, pustest Lustballons zu kleinen und größeren Ovalen auf und vermischst Bastelkleber mit Wasser im Verhältnis 1:1.

Dann beginnst Du, eine Schicht Servietten auf die Luftballons zu kleben und zwar ziemlich ordentlich und – ganz wichtig! – mit der goldenen Seite nach UNTEN, also direkt auf den Luftballon.
Da, wo der ‚Luftballonschnipsel’ ist (also der Knoten), lässt Du ein kleines Loch frei.


Diese Schicht lässt Du gut trocknen (am besten am Schnipsel aufhängen), backst eine MANGOLDQUICHE und freust Dich auf Deinen Mann.

Am nächsten Morgen sitzt Du gleich nach dem Frühstück wieder an der Bastelarbeit.

Du hast Dir eine Rolle Küchenpapier besorgt und reißt jetzt die in schmale Streifen, die dieses Mal aber recht kurz sind.

Diese Streifen klebst Du kreuz & quer in 2 Schichten auf die getrockneten Serviettenstreifen.
Das Ganze trocknet wieder ein paar Stündchen.

Am Freitagnachmittag wiederholst Du alles noch einmal.

Es ist mittlerweile Samstag und der ist arg vollgepackt – Ostereinkäufe, Sport, liebe Freunde treffen.
Oh und feststellen, dass Du keine weiße Abtönfarbe mehr im Haus hast, weshalb auch noch ein Kurzbesuch im Baumarkt eingebaut wird.

Bevor Du das Haus am Morgen verlässt, schneidest Du die Luftballons auf und pulst sie  aus den Gebilden.
Das Loch klebst Du zu, indem ein Stückchen Serviette (Gold nach unten) auf das Loch klebst und dann ein paar Schichten Küchenrolle darüber.
Dann klebst Du eine letzte Schicht Küchenrollenstreifen auf Deine Gebilde, dieses Mal sollte das wieder recht ordentlich aussehen und deshalb sind die Streifen lang.

Du flitzt durch den Tag. Kommst um irgendwas nach Mitternacht heim und findest Dich selbst um 0.30 am Schreibtisch wieder, wie Du die mittlerweile hoffentlich trockenen Gebilde von außen weiß anmalst. Das geht natürlich nicht in einem Arbeitsgang komplett, die müssen ja trocknen (und liegen so lang am besten auf einem Glas o.ä.).

Du putzt Dir die Zähne, stellst den Wecker um, denn es ist beginnt ja die Sommerzeit, und schaust, dass Du vor dem Osterfrühstück mit der Familie noch ein bisschen Schlaf abbekommst.

Ostersonntag, Frohe Ostern!
Jaja, ganz toll...erst mal aber an den Schreibtisch, die Eier umdrehen und das letzte Stückchen weiß anstreichen.

WER hat mir gleich die Stunde Schlaf geklaut?!

Anziehen, Frühstück vorbereiten und die Lieben entspannt begrüßen (auf dem Weg zur Tür feststellen, dass die Farbe noch nicht ganz trocken ist und dann versuchen, die Farbe vom Daumen zu kratzen).

NACH dem Osterfrühstück über getrocknete Farbe freuen und zum scharfen (!) Bastelskalpell greifen. Die Gebilde zackenlinienförmig aufschneiden und – über große Deko-Eier freuen!

PUH!

Ja, DAS war ein Spaß!



Also, Liebes, was lernen wir daraus?

a) Ich bin stur. Dinge werden zuende gebracht, auch wenn ich sie vielleicht vordergründig betrachtet gar nicht mehr sooo dringend brauchen kann (was natürlich ganz anders ist ;-)!).

b) Nachtbasteln ist gar nicht so schlecht. Vielleicht machen wir einen neuen Trend daraus ;-)?

c) Ich bin nicht die organisierteste Bloggerin und zeige Dir noch NACH Ostern Osterdeko. Ich besser mich. Bestimmt. Ab morgen.



Pünktlich fertig wurden glücklicherweise meine Cake-Pops. Meine allerersten Cake-Pops, die ich auch noch ohne Rezept zusammengebastelt habe, vielleicht sollte ich das dazu sagen ;-).
Wie sie geworden sind und vor allem ob sie den Kindertest bestanden haben, erzähl ich Dir dann heut Abend.


Bis dahin gibt es noch ein paar süße Bilder – und wir beide haben einen süßen Tag :-)!


Liebst,
Sabine

PS: Was meinst Du, sollte ich die Eier von innen noch einmal mit Goldlack nacharbeiten? Ich hatte ein ‚goldeneres’ Ergebnis im Kopf, aber jetzt mag ich es eigentlich so ganz gern :-)...Meinungen sehr willkommen!

PPS: Ein Ei habe ich ca. 20cm groß gemacht, das eignet sich super als Geschenkverpackung...nur mal erwähnt...

Montag, 1. April 2013

Getrickste Mangoldquiche


Liebes, ich hoffe, Du hast wunderschöne und erholsame Ostertage verbracht, hast die Nase nicht allzu tief in den Schnee stecken müssen, um ein paar Eier zu finden und überhaupt eine gute Zeit gehabt!

Heute möchte ich Dir ein weiteres Rezept mit Mangold vorstellen und wenn Deine erste Reaktion ein ungläubiges „Schon wieder?!“ ist, dann muss ich Dir leider sagen, dass mein lieber Mann Mangold einfach LIEBT und es ihn entsprechend häufig gibt ;-). Wobei...jetzt ist auch erst mal Schluß, also, zumindest für die nächsten Wochen, versprochen.

Du kannst das Rezept, Du hast es nicht anders erwartet, natürlich fröhlich abwandeln und fast jedes andere Gemüse verwenden. Dass es bei mir Mangoldwochen gibt, heißt also nicht, dass Du mitmachen musst ;-).

Das Gericht gab es schon am Donnerstag, mein Mann hat den kleinen Umweg über Strasbourg genommen, um von München nach Düsseldorf zu fahren und hatte einen ganzen Koffer voll französischer Leckereien dabei. Hach, herrlich!

Da ich mich ungern auf die Pünktlichkeit der deutschen Bahn verlasse, bereite ich an solchen Tagen gern etwas zu, das zur Not auch noch ein Stündchen warten kann, bis es gegessen wird und so gab es eine Mangoldquiche.


Der Teig ist durch das verwendete Vollkornmehl etwas kompakter als bei der klassischen Quiche, was ihn stabiler und die Quiche sehr sättigend macht ;-) – außerdem ist er vegan.

Statt großer Mengen an Sahne habe ich einen Becher saure Sahne verwendet, außerdem ein paar mehligkochende Kartoffeln, die das Ganze schön cremig gemacht haben. Du kannst die saure Sahne auch problemlos durch Joghurt ersetzen, oder, wenn Du es etwas gehaltvoller magst, durch Crème Fraîche, Schmand, süße Sahne (dann ein Ei mehr) – oder auch durch entsprechende Produkte auf Sojabasis.

Den Mangold kannst Du z.B. durch Spinat ersetzen oder auch Lauch, Spitzkohl...ach, was Dir einfällt.

Meistens bereite ich nur eine kleine Quiche zu, die in eine Springform von 23cm Durchmesser passt, dieses Mal gab es aber eine große Form von 28cm Durchmesser (trotzdem sind nicht allzu viele Stücke übrig geblieben zum Fotografieren ;-)...).
Ich gebe Dir beide Mengenangaben an, eingeklammert findest Du die kleine Portionsgröße. Der Teig lässt sich prima auch vorbereiten, einfrieren und dann bei Bedarf schnell belegen, extrem praktisch!

So, genug der Vorreden.... Wollen wir?
Dann mal los...

Mangoldquiche

Teig:
375g Vollkornmehl (250g)
150g (vegane) Margarine (100g)
6-9 EL Wasser (4-6)
1 TL Salz (3/4 TL)

Belag:
500g Mangold
300g mehligkochende Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Becher Saure Sahne (=200g)
3 Eier Größe M
1 Kugel Mozzarella
Salz
Pfeffer
Kräuter nach Belieben
Weißwein

Die Kartoffeln werden geschält, in kleine gleichmäßige Würfel geschnitten und in Brühe gar gekocht, anschließend dürfen sie etwas ausdampfen.

Die Zutaten für den Teig werden vermischt.
Fang mit der geringeren Wassermenge an und arbeite Dich vor, bis Du einen glatten Teig hast. Knete zügig, Mürbteig mag es nicht, zu lange geknetet oder zu warm zu werden (in beiden Fällen wird er eben nicht mürbe).
Anschließend (Achtung! Küchentrick!) wird er Teig rasch in der Springform verteilt und dabei auch ein Rand geformt. Das Ganze wird mit Alufolie abgedeckt und kommt für 30 Minuten in den Kühlschrank oder für 15min ins Gefrierfach.

Während der Teig durchkühlt, heizt Du den Backofen auf 200°C Ober-Unterhitze vor.

Dann wäscht und putzt Du den Mangold und schneidest die harten unteren Stielteile in ½ cm breite Streifen, den oberen blättrigen Teil in 1cm breite Stücke.

Die Zwiebel wird geputzt und gewürfelt und in etwas Olivenöl angebraten. Wenn sie glasig ist, kommen die schmalen Mangoldstreifen dazu und werden mit angebraten.
Nach etwa 3 Minuten kommen die blättrigen Mangoldstreifen dazu. Das Ganze wird mit einem Schluck Weißwein abgelöscht, gesalzt und gepfeffert und nach Geschmack gewürzt (also z.B. ‚klassisch’ mit ein bisschen geriebenem Muskat. Oder indisch mit Curcuma und Kreuzkümmel. Oder französisch mit Herbes de Provence. Oder....Du merkst, worauf ich hinauswill ;-) ).
Abgedeckt darf der Mangold jetzt etwa 5 Minuten vor sich hin köcheln, er sollte danach noch Biss haben. Dann lässt Du die restliche Flüssigkeit verkochen und wenn das passiert ist, kommen die abgekochten Kartoffeln zum Mangold. Durch das Verrühren sollten die Kartoffeln weitgehend zerfallen, das ist gut so und gewollt.

Die saure Sahne wird mit den Eiern verquirlt und kräftig gewürzt.

Der Mozzarella wird in kleine Stückchen gepflückt und unter die Mangold-Kartoffel-Mischung gehoben.
Dieses ganze Gemisch kommt nun in den gekühlten Teigboden und wird mit der Sahne-Ei-Masse übergossen.
Wenn Du magst, kannst Du an der Stelle noch ein bisschen extra-Reibkäse auf der Mischung verteilen oder auch Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc.

Dann wird die Quiche im Ofen etwa 35min gebacken, bis das Ei gestockt ist (Stäbchenprobe machen).

Und das war es.

Dazu passt ein Salat ganz hervorragend und natürlich ein Glas Wein ;-).


So, noch ein ganz schnelles Wörtchen zum Mürbeteig.
In jedem, wirklich jedem Rezept steht, man soll den Teig nach dem Kneten zu einer Kugel formen und in den Kühlschrank legen.
Wenn Du Plätzchen backen möchtest, ist das auch ganz wunderbar.
Wenn Du aber den Teig nach dem Kühlen ausrollen musst, ist das reine Strafarbeit, der kalte Teig lässt sich kaum bewegen, geschweige denn, leicht in Form bringen.

Meine Oma hatte da eine GANZ einfache Idee, besser gesagt zwei:

a) Der Teig wird VOR dem Kühlen in Form gebracht (also in eine Springform gelegt, in Tarteletteförmchen gedrückt etc. etc.).
Das hat gleich zwei Vorteile: Du musst nicht mit dem kalten Teig kämpfen UND die Zeit, die zum Durchkühlen benötigt wird, verringert sich beträchtlich.

b) Der Teig kann wie gewohnt in den Kühlschrank gestellt werden, oder aber auch – ins Gefrierfach. Die Zeit im Frost sollte aber maximal eine halbe Stunde betragen, danach fangen die Teigränder an, tatsächlich gefroren zu sein und das ist ja nicht das Ziel.

Ich selbst behandel Mürbteig immer so und habe noch nie schlechte Erfahrungen mit der Methode gemacht – mal ganz abgesehen davon, dass Mürbeteig keine Angelegenheit mehr ist, die Stunden in Anspruch nimmt ;-).

Und wie trickst Du?

Liebst,
Sabine