Mittwoch, 6. August 2014

Ich back’s mir... Aprikosen-Galette mit Vanille und Rosmarin

Liebes, die wunderbare Clara hat wieder zum gemeinsamen Backen aufgerufen HIER. Eigentlich schon am 26., aber mein Rezept kommt erst heute.

Sommerkuchen sollten es werden und ich hatte sofort eine Idee von fruchtigen Aprikosen, gepaart mit sanfter Vanille und würzigem Rosmarin.

Gesagt, getan, nix geworden.


Also, geschmacklich war mein erster Versuch SUPER (und ich arbeite weiter dran, das Ganze in glutenfrei hinzubekommen, daher werd ich hier nicht deutlicher), aber fotogen wurde das Ganze leider so wirklich nicht.
Ein bisschen verunfallt sah’s aus.
War es auch irgendwie.
Naja.


Also einen neuen Versuch gestartet und mich gefreut, dass sich meine Mutter am Wochenende zu Besuch angekündigt hatte.
Mitgenießer sind ja immer willkommen!

Nach einer etwas wilden Jagd nach aromatischen Aprikosen und einem Sternmoment in Sachen verbesser-den-Mürbeteig war es dann soweit – ein köstliches Galette (eine Galette? Ein Galette? Der, die, das?) wartete auf vorfreudige Kuchengabeln!

Wie immer ist meine Variante glutenfrei und wie immer kannst Du statt meinem Teig einfach einen Mürbeteig aus normalem Mehl nehmen, das funktioniert problemlos. 
Auch den von mir verwendeten Birkenzucker kannst Du ohne Probleme durch normalen ersetzen, denk nur bitte daran, dass der eine etwas höhere Süßkraft hat.


So, wollen wir?

Aprikosen-Galette mit Vanille und Rosmarin

Teig:
80g Hafermehl (glutenfrei, wenn nötig; frisch aus Haferflocken gemahlen)
80g Reismehl, Vollkorn (glutenfrei, wenn nötig)
40g Maisstärke (glutenfrei, wenn nötig)
2g Johannisbrotkernmehl
35g Birkenzucker
Prise Salz
1 Eigelb
100g kalte Butter, in Stückchen
4 EL Eiswasser (fang mit 3 an und probier aus, wie viel Du brauchst)

Füllung:
300g Aprikosen
100g Johannisbeeren, rot
50g Birkenzucker
1 TL frisch gehackter Rosmarin
¼ TL Vanille, gemahlen
20g Speisestärke

2 EL Mandeln, gemahlen

1 Eiweiß

Aus den Zutaten für den Teig knetest Du mit kühlen Händen rasch einen geschmeidigen Mürbeteig, der sich dann erst einmal gute 2 Stunden im Kühlschrank ausruhen darf.

In der Zwischenzeit wird das Obst gewaschen und getrocknet, die Aprikosen halbiert, die Johannisbeeren von den Rispen gezupft.
Der Zucker wird unter das Obst gemischt, ebenso wie die Stärke, die beim Backen den austretenden Saft bindet.

Auch der frisch gehackte Rosmarin und die Vanille werden gleichmäßig mit untergemischt.

Der gekühlte Teig wird am besten zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie gleichmäßig dünn kreisförmig ausgerollt. Das ist anfangs ein bisschen kniffelig, der kalte Teig ist widerspenstig, sollte aber nach 1-2 Minuten deutlich kooperativer sein.

Der ausgerollte Teig wird mit Hilfe der Frischhaltefolie auf Backpapier umgelagert.

Auf den Teigkreis wird mittig das Mandelmehl verteilt, auch das soll die aus den Früchten beim Backen austretende Flüssigkeit elegant aufsaugen.

Dann werden die Früchte gleichmäßig auf dem Teig verteilt, achte darauf, einen breiten Rand stehen zu lassen.

Dieser breite Teigrand wird mit dem Eiweiß bepinselt und dann kommt der spaßige Teil.
Mit Hilfe des Backpapiers schlägst Du vorsichtig die Seiten zur Mitte hin ein, so dass eine Art Nest entsteht, aus dem die gezuckerten Früchtchen herausschauen.

Hast Du das vollbracht, darf Dein Galette noch einmal in den Kühlschrank, während Dein Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizt.

Im heißen Ofen braucht Dein Galette dann etwa 40 Minuten, bis der Teig wunderbar goldig ist und das Obst weich und duftig.

Mindestens kurz, besser aber etwas länger abkühlen lassen, wenn Du magst mit Puderzucker oder Traubenzucker bestäuben und dann wie immer – genießen!

Die aromatischen Aprikosen, unterstützt von weicher Vanille, rassigem Rosmarin und erfrischend-sauren Johannisbeeren – ein Träumchen!

Das Ganze liest sich anspruchsvoller als es ist, keine Sorge. Wenn Du den Teig in einer glutenhaltigen Variante zubereitest, musst Du nicht ganz so sehr aufpassen und kannst Dir auch das abschließende Kühlen sparen.


Du siehst, Liebes, dass ich mein Standart-Mürbeteigrezept (z.B. HIER) etwas modifiziert habe. Mit dem ursprünglichen Teig funktioniert das Galette sicher auch prima, dieser neue Teig aber...hach!

Ich bin schwer begeistert!


Zum ersten Mal nämlich ist es mir gelungen, einer glutenfreien Version die typisch blättrige Mürbeteighaptik hinzubekommen.
Weißt Du, was ich meine?
Mürbeteig hat doch ein bisschen was luftiges und neigt dazu, wenn er gut ist, in Schichten abzublättern.
Genau so verhält sich auch mein Teig und ich bin ein bisschen verliebt in ihn!

Sehr schön auch – das Galette schmeckt auch am nächsten Tag noch super.


Wichtig beim Teig ist das Eiswasser. Dazu habe ich in ein wenig kaltes Wasser einfach ein paar Eiswürfel geworfen, ein paar Minuten gewartet und das war es schon.

Galette lässt sich mit jedem erdenklichen Obst machen, ganz besonders toll schmeckt das Ganze auch mit Brombeeren mit Vanille!


Den Mutter-Test hat das Galette ebenfalls mit Bravour bestanden und wartet jetzt nur noch darauf, von Dir nachgebacken zu werden, Liebes!

Backst Du’s Dir?

Liebst,
Sabine

Kommentare:

Vani hat gesagt…

Oh mein Gott, hört sich das lecker an. Ich wünschte ich hätte keine zwei linken Hände beim backen :D, aber es ist trotzdem wunderschön anzusehen, vielleicht backt es ja jemand anderes für mich :)

Liebste Grüße Vani von http://mystyleroulette.blogspot.de/

LiebesSeelig hat gesagt…

Liebes, nur Mut, da kann gar nicht so viel schief gehen, vor allem, wenn Du Gluten verträgst.
Dann einfach einen Mürbeteig nach der 3-2-1-Faustregel machen (300g Mehl, 200g Butter, 100g Zucker) und mit den Früchten weitermachen (Zuviel an Teig einfach zu Keksen ausbacken). Übrigens - mit einer kleinen Messerspitze Backpulver wird der Mürbeteig noch lockerer...Trick meiner Oma.
Und wenn alles nix hilft - dann musst Du wohl mal zum Kuchenessen vorbeikommen ;-)!

Liebst,
Sabine